Dienstag, 22. Juli 2014

Bruce Springsteen vs. Low: Dauerbrenner

Kein Zweifel, dass Bruce Springsteen zu den ganz Großen gehört - Punkt. Kein Zweifel auch, dass er jede Menge grandioser Platten abgeliefert hat. Ob nun allerdings die populärste, weil kantenärmste dazugehört, steht auf einem anderen Zettel - "Born In The U.S.A." darf man zumindest streitbar nennen. Und man müsste auch nicht weiter darüber reden, wenn, ja wenn da nicht "I'm On Fire" drauf wäre. Und weil einige Stars der amerikanischen Indie- und Alternativrockszene das genauso sehen, haben sich u.a. Blitzen Trapper, Joe Pug, Holly Williams und Apache Relay zu einem Coveralbum mit dem Titel "Dead Man's Town" zusammengetan. Und den besten Song, tja, den haben sich Low geschnappt. Brennt immer noch ... hier bei Stereogum.

The Raveonettes: Jetzt aber schnell

Sune Rose Wagner und Sharin Foo haben in den letzten Jahren bekanntlich mit Neuveröffentlichungen nicht gerade gegeizt, dass es nun aber so schnell geht, ist wirklich eine kleine Überraschung: Das dänische Duo The Raveonettes wird bereits ab diesem Freitag sein neues Album "Pe'ahi" via Beat Dis vertreiben - nach dem etwas mauen "Observator" aus dem Jahr 2012 ist die Vorfreude dennoch keine vorbehaltlose, sondern eher vorsichtig und verhalten. Produziert hat dem Vernehmen nach Justin Meldal-Johnsen, der sich auch schon um M83, Beck, Nine Inch Nails, Air, Tegan And Sara und die Crystal Fighters kümmerte. Auf der Website der Band kann man sich mit "Sisters" einen Track der Platte downloaden, ein anderer nennt sich "Endless Sleeper" und den gibt es als Stream u.a. bei AllMusic zu hören.

Fryars: Höhenflug

Nach der letzten Wortmeldung per Demo-Track kommt hier nun endlich eine erste Kostprobe vom neuen Album: Benjamin Garrett aka. Fryars möchte laut DIY Mitte November via Fiction Records ein weiteres Album veröffentlichen, das auf den schlichten Namen "Power" hört, von diesem stammt der nachfolgende Titel "Prettiest Ones Fly Highest".

Spoon: Öfter mal was Neues

Mann oh Mann, das geht ja Schlag auf Schlag: Gerade ist das Video zu "Do You" draußen, da kommen Spoon schon mit dem nächsten Track ihres Albums "They Want My Soul" um die Ecke. "Inside Out" ist ein eher langsames Stück mit Harfenklängen und so - wieder mal was anderes also.

BANKS: Freigiebig

So langsam wird's kribbelig: Noch über einen Monat hin bis zum offiziellen Release des Debütalbums von BANKS - am 8. September soll "Goddess" erscheinen. Zum Glück ist die Dame aus Los Angeles nicht sehr knausrig, was das Streaming ihrer Songs angeht und so dürfen wir mit "Beggin For Thread" einen weiteren Auszug der Platte bewundern.

Montag, 21. Juli 2014

Diplo vs. Lorde: Spiel, Satz und Sieg

Ach - herzallerliebst: Diplo remixt Lorde's "Tennis Court" und nennt das Ganze "Diplo's Andre Agassi Reebok Pump Mix", besser und treffender kann man das wohl nicht machen. Was wohl Steffi Graf dazu sagt?

Weezer: Zeitreise

Eine Zeitreise gleich im doppelten Sinne: Zum einen klingen Weezer immer ein wenig nach den früheren Glanzzeiten des Indierocks, immer ein wenig '90s, zum anderen wählen sie ihre eigene Vergangenheit auch zum Titelthema des neuen Songs "Back To The Shack", dem ersten, den sie aus ihrem neuen Album "Everything Will Be Alright At The End" (VÖ Ende September) nach dem üblich Geteaser an's Licht der Öffentlichkeit lassen.

Esben And The Witch: Festgekrallt

Das Goth-Rock-Trio Esben And The Witch aus Brighton hat ja bekanntlich einige Zeit sammeln müssen, bis das Geld für ein neues Album komplett war, Ende August soll "A New Nature" nun aber endgültig in der Auslage stehen. Mit "Blood Teachings" gab es ja schon vorab etwas zu hören, nun hat Under The Radar exklusiv die nächste Kostprobe vernetzt - "Dig Your Fingers In", na dann los: hier.

2:54 Einstandsgeschenk

Ein Album haben die Schwestern Hannah und Colette Thurlow unter dem schönen Namen 2:54 vor zwei Jahren abgeliefert - erschienen ist das selbstbetitelte Stück bei Fat Possum und was soll man sagen - es gefiel. Nun sind die beiden zu Bella Union gewechselt und haben dort gleich mal mit "Orion" einen neuen Track platziert, später im Jahr soll dann auch noch eine komplette Platte folgen.

Freitag, 18. Juli 2014

Clueso: Maximal entspannt

Okay - überzeugt. Passt doch. Rangewanzt ans Wetter und trotzdem ganz passabel - Clueso bringt mit "Freidrehen" einen veritablen Spätsommerhit und am 19. September dann mit "Stadtrandlichter" sein neues Album. Die dazugehörigen Livetermine sind zwar allesamt herbstlich, aber ein wenig Sonne als Erinnerung im Herzen kann ja bekanntlich nicht schaden.

24.11.  Hof, Freiheitshalle
25.11.  Frankfurt, Jahrhunderthalle
26.11.  Oberhausen, König-Pilsener-Arena
28.11.  Braunschweig, Volkswagen Halle
29.11.  Köln, Lanxess Arena
01.12.  München, Zenith
02.12.  Stuttgart, Porsche Arena
05.12.  Berlin, Max Schmeling Halle
07.12.  Leipzig, Arena
08.12.  Hamburg, O2 Arena
27.12.  Erfurt, Messe

The Hidden Cameras: Auf die harte Tour

Irgendwie sehen hier alle recht ramponiert aus - ein paar Augenblicke zuschauen, dann weiß man auch, wieso: The Hidden Cameras haben zu "Carpe Jugular" vom aktuellen Album "Age" ein Video drehen lassen, in dem es kräftig zur Sache geht, wie auch schon "Gay Goth Scene" hat den neuen Clip wieder der Berliner Regisseur Kai Stänicke zu verantworten.

My Brightest Diamond: Tiefenschärfe

My Brightest Diamond
„Non More Than You“

(Asthmatic Kitty/Cargo)

Mitte September hat Shara Worden wieder Großes vor. Denn dann soll ihr nächstes Album erscheinen, dann kommt mit „This Is My Hand“ der mutmaßlich vierte Meilenstein in Serie ins Geschäft und die Ungeduld ist beträchtlich. Vielleicht wollte sie ihren Fans das Warten etwas erleichtern, vielleicht aber auch sich selbst etwas von dem Erwartungsdruck nehmen, der auf jedem/r Musiker/in lastet, der/die in kurzer Zeit zum Liebling so vieler geworden ist. Wenn das der Plan war, dann ist er mal kräftig schiefgegangen, denn die vorliegende EP ist von so bemerkenswerter Güte, dass man – einmal angefixt – jetzt und gleich und umgehend mehr davon haben möchte. Den Songs der New Yorker Künstlerin, die ihr Projekt mittlerweile nahezu im Alleingang betreibt, wohnt eine geheimnisvolle, ja betörende Kraft inne, die man sonst nur von Ausnahmeerscheinungen wie Antony Hegarty, Sufjan Stevens oder Björk kennt, eine vollendete Tiefenschärfe bis in die kleinste, klangliche Verästelung, die staunen macht. Mal kammermusikalisch karg, mal opernhaft opulent, Wordens Songs nehmen sich Zeit und brauchen Raum und einen Zuhörer, der eben das mit Hingabe macht: zuhören. Tut man das, gelangt man nicht selten in eine Art meditativen Zustand, der eine kurzzeitige, vollumfängliche Zufriedenheit zur Folge hat. Und zwar unabhängig davon, ob die Stücke eher belebter und beschwingter Natur sind wie das zart jubilierende „Whoever You Are“ oder dramatisch und episch wie die Zusammenarbeit mit Son Lux und Colin Stetson „Dreaming Away“ und der kurze Abgesang bei „That Point When“. Oder ob ein paar trippige Beats den Tagtraum befördern: „It seems like Ive got nothing, but Ive got all I need! If I win or if I lose, if I hold or if I shoot, if I ran or hit the road, if I climb or if I hold.” Mit anderen Worten – es braucht nicht viel, wenn man nur seine Träume hat. Wir ergänzen: Seine Träume und diese Platte.

08.08.  Haldern, Pop Festival
21.10.  Hamburg, Knust
22.10.  Berlin, Postbahnhof

Cold Specks: In den Norden

Neues von der Kanadierin Cold Specks, die bekanntlich Ende August ihr neues Album "Neuroplasticity" veröffentlichen wird: Nach "Absisto" kommt mit "Bodies At Bay" der zweite Song vorab als Stream, mittlerweile steht mit dem 19. September auch ein einziger Deutschland-Termin fest, dann wird Al Spx auf dem Hamburger Reeperbahn-Festival spielen.

Schnipo Schranke: Urinstinkt [Update]

Einmal dieses wunderbare Wort posten - welcher Anlass könnte willkommener sein als dieser: Denn natürlich ist der Song viel zu schön, als dass man ihn sich selbst überlassen sollte! Das Hamburger Damenduo Schnipo Schranke, bestehend aus Daniela Reis und Fritzi Ernst, hat seit dem Frühjahr ein Liedchen mit dem griffigen Namen "Pisse" im Netz, welches nun auf dem äußerst gelungenen Staatsakt-Sampler "Keine Bewegung" seine endgültige Pressung erfahren durfte. Es teilt dort seinen Platz mit anderen Schmuckstücken von Ja Panik, Der Ringer, Chris Imler, Trümmer, Zucker und Jens Friebe. Passenderweise gibt es zu ein paar Soloterminen auch eine kleine Labeltour zwecks Plattenpromo, wer also Lust und Zeit hat und gerade in der Nähe ist - bitte sehr:

25.07.  Hamburg, Dockville Festival
26.07.  Berlin, Down By The River Festival
11.08.  Hamburg, Pooca Bar (mit Theo Luft)
28.08.  Köln, King Georg (mit Zucker)
29.08.  Berlin, West Germany (mit Zucker, Der Bürgermeister der Nacht)

Update: Der Internetdienst Youtube hat das Video fürsorglich gesperrt und mit einer eindeutigen Erklärung versehen - anhören kann man sich den Song dennoch - hier.




The Drums: Fast ganz oben

Noch mal Konzert - auch nicht so ohne: The Drums haben am Mittwochabend auf dem Dach eines Hochhauses am Times Square ihre neue Platte "Encyclopdia" einem kleinen, ausgesuchten Publikum vorgestellt. Wer wollte, durfte an einer liebvoll gestalteten Headphone-Theke auch schon mal reinhören in die zwölf Stücke des Albums, dessen Cover seit kurzem (s.o.) ebenfalls draußen ist - inklusive der hier schon erwähnten ersten Single "Magic Mountain".

Donnerstag, 17. Juli 2014

St. Vincent: Aufwärmprogramm

Das Gute an solchen Konzerten ist: Man braucht nicht ständig sein Smartphone in die Höhe zu halten - es kommt ja schon auf dem Display, es hat ja schon jemand abgefilmt. In diesem Falle eine knapp einstündige Liveshow von St. Vincent bei der Xperia-Lounge im Rahmen des "Live-On-Letterman"-Webcasts. Elf Songs, hauptsächlich von der aktuellen Platte, gab's zu hören - wer jetzt (endlich) auf den Geschmack gekommen ist, dem seien dringend die nachfolgenden Livetermine an's Herz gelegt.

29.10.  Düsseldorf, Zakk
08.11.  Linz, Posthof
09.11.  Basel, Kaserne
10.11.  Stuttgart, Wagenhallen
12.11.  Frankfurt, Mousonturm
18.11.  Wien, Arena

U3000: Neuer Anlauf

Zunächst, zuerst packt einen die schlingernde Gitarre, die den Song antreibt und klingt wie eine Speedversion von Vini Reilly: U3000 aus Hamburg haben, glaubt man der Googlesuche, noch nicht mehr als drei, vier Songs ans Tageslicht gebracht - eine Demo-EP im Jahr 2012, diverse Konzerte, mehr war nicht. Nun sind sie wieder unterwegs, nun gibt es zur Doppelsingle "Galaxie/Niemals" dank SPEX und Regisseur Hendrik Röhrs ein Video, nun könnte es endlich was werden.

25.07.  Riedenburg, AgratamAgatha Festival
31.07.  Berlin, OHM 

La Roux: Weitertanzen

La Roux
„Trouble In Paradise“

(Polydor/Universal)

Tanzmusik braucht eigentlich, so die landläufige Meinung, keine großen Worte – entweder sie funktioniert oder sie tut es nicht. Diese hier von Elly Jackson alias La Roux, das darf man vorausschicken, tut es (noch immer), und zwar bestens. Dennoch kann es nicht schaden, ein paar Sätze mehr über die mittlerweile 26-jährige britische Künstlerin zu verlieren, gerade weil es keine Selbstverständlichkeit ist, dass dieses Album überhaupt erschienen ist. Fünf Jahre Pause nach ihrem fulminanten Debüt, fünf Jahre, die ihr einige unschöne Erfahrungen eingebracht haben – Jackson trennte sich von ihrem langjährigen Songwriting-Kollegen Ben Langmaid, musste sich allerlei hartnäckiger und böswilliger Gerüchte zu ihrem Privatleben erwehren und verlor noch dazu während eines Auftritts in den USA ihr wichtigstes Karrierekapital – ihre Stimme. Die Regeneration kostete Mühe und Zeit, doch zusammen mit dem neuen Kreativpartner Ian Sherwin gelang ihr nun das, woran sie eigentlich nach all den Tiefschlägen gar nicht mehr geglaubt hatte – die Vollendung dieser zweiten Platte.

Am Sound von La Roux hat sich nicht übermäßig viel geändert – stilprägend ist noch immer der synthetische Dancepop der (allzeit sträflich unterschätzten) 80er, aufgeladen mit jeder Menge so unbestimmter wie unaufdringlicher Sexyness und einem Drive, der sich hinter dem von Daft Punk ganz gewiss nicht verstecken muss. Wie die Stücke der beiden Franzosen zeichnen sich auch die der blassgesichtigen Londonerin, die jederzeit auch als Tochter von Tilda Swinton einspringen könnte, durch eine entwaffnende Entspanntheit und viel Gefühl für den richtigen Moment aus – “Uptight Downtown”, “Tropical Chancer”, “Let Me Down Gently”, das geht stufenlos und ungebremst durch den Bauch in die Beine und ist, was im Deutschen immer schnell missverständlich klingt: infectious. Vielleicht hat nicht jeder Song die Klasse der drei genannten, vielleicht sind die sieben Minuten EBM von “Silent Partner” eine Ecke zu lang und “Kiss And Not Tell” etwas zu verspielt. Ganz sicher aber hat es in diesem Jahr noch keine Platte wie “Trouble In Paradise” gegeben, keine, die in dieser Kategorie so überzeugend punkten kann. Der Aufwand hat sich also gelohnt, die Tour kann kommen. http://laroux.co.uk/

04.12.  Berlin, Berghain Panorama Bar
05.12.  Köln, Bürgerhaus Stollwerck
07.12.  Frankfurt, Gibson
09.12.  Hamburg, Mojo Club

Perfume Genius: Kein Vorbeikommen

Ein Videoclip, an dem man in diesen Tagen kaum vorbeikommen wird: Perfume Genius, meistbesprochener New Yorker Künstler aus dem Portfolio von Matador Records, wird dieser Tage sein drittes Album "Too Bright" veröffentlichen. Der Clip zur Single "Queen" ist vollgestopft mit aufregenden Bildern, der Song selbst ist hymnisch, episch, überwältigend - besser selber hören und schauen. Im November kommt Mike Hadreas, so sein Klarname, übrigens für zwei Konzerte nach Deutschland.

12.11.  Zürich, Exil
17.11.  Berlin, Lido
18.11.  Heidelberg, Pret-a-ecouter Festival

Trümmer: Auf der Suche

Bereitmachen für den großen Augenblick - auch hier: Am 22. August wird das selbstbetitelte Debütalbum der Hamburger Band Trümmer erscheinen, im Herbst folgt die entsprechende Tour. Nach der Doppelsingle "In all diesen Nächten/Der Saboteur" gibt es nun zum Song "Wo ist die Euphorie?" ein Konzertvideo samt Randgeschichte, gedreht hat Maximilian Wiedenhofer.

30.10.  Berlin, Cassiopeia
31.10.  Leipzig, Täubchenthal
01.11.  Hannover, Lux
03.11.  Nürnberg, Stereo
04.11.  Wien, Rhiz
05.11.  Würzburg, Café Cairo
06.11.  Heidelberg, Häll
07.11.  Köln, King Georg
08.11.  Essen, Hotel Shanghai
09.11.  Hamburg, Molotow
28.11.  Stuttgart, Zwölfzehn