Freitag, 28. November 2014

Dios Mio: Anhaltend reizvoll

Zur Londoner Band Dios Mio gab es hier ja schon einen eigenen, wenn auch kleinen Programmpunkt - könnte gut sein, dass die Mitteilungen demnächst etwas umfangreicher werden. Gerade haben die vier nämlich eine weitere Single ("Body") veröffentlicht und die ist, wie auch die Vorgänger, nicht ohne Reiz.

Korallreven: Kuschelrock

Immer und zu jeder Zeit eine der beliebtesten Rubriken: Ungewöhnliche Coverversionen. Diese hier gehört mit Sicherheit dazu, die fabelhaften GvsB haben sie gefunden. Das schwedische Synthpop-Duo Korallreven hat sich an eines der breitbeinigsten Aushängeschilder des 90er-Rocks gemacht und "November Rain" der Guns N'Roses einer Radikalkur unterzogen. Muss man einfach mögen, auch wenn's nicht so scheppert. Das aktuelle Album der Band "Second Comin'" (Cover oben) steht übrigens gerade bei Dazed Digital im Stream.

Iceage: Ein langer Atem

Iceage
Strom, München, 27. November 2014

Fast mochte man ihn kurz in den Arm nehmen und trösten, denn die Laune war – wer wollte es ihm verdenken – nicht gerade die beste: Eine Stunde nach Konzertbeginn stand Elias Bender Rønnenfelt, Sänger der dänischen Noisepunk-Formation Iceage, schon wieder allein mit Zigarette und Bier vor dem Münchner Strom und sah ziemlich betreten drein. Nicht sein Abend, nicht der seiner Band. Eine Viertelstunde vor Programmbeginn hatte Kermit, die verfilzte Nervensäge, noch sein Lamento “It’s not easy beeing green” vom Band in die gähnende Leere singen dürfen. Und es wurde schnell klar, dass er mit seinen Problemen nicht allein war – ebenso schwierig dürfte es nämlich sein, mit den Erwartungshaltungen des Publikums klarzukommen. Noch schwieriger: Dass an einem Abend nur ganze siebzig (70!) Menschen kommen, die eine Erwartung dabeihaben. Und das bei einer Gruppe, die vor einigen Wochen eines der mutmaßlich besten Rockalben des Jahres vorgelegt hatte, deren mutiger Schwenk vom ohrenbetäubenden Lärm zu windschiefem, düsteren Rock’n Roll in allen führenden Musikplattformen und –magazinen hoch gelobt worden war. Wrong time, wrong place?

In der Rückschau betrachtet vielleicht, dennoch kann man sich ein kleines „Shame on you, Munich!“ nicht ganz verkneifen, gerade weil das dritte Album ein so gutes war und jetzt die spannende Frage im Raum stand, wie die vier Männer denn den deutlich facettenreicheren Sound wohl live hinbrächten. Nun, die Trompeten und Pianos von „Plowing Into The Field Of Love“ hatte jetzt ehrlicherweise niemand erwartet, trotzdem: Obwohl Iceage vornehmlich neues Material spielten, taten sie dies überwiegend noch im „Youth Brigade/You’re Nothing“-Modus, dem brachialen der Vorgänger also, der nicht viele der ungewohnten Zwischentöne zuließ. Die lässig arrogante Attitüde bei Rønnenfelt stimmte zwar – wirrer Blick, torkelnder Tanz – eine kleine Moshpit (bei der Zuschauerzahl schon eine Herausforderung) ließ sich auch bewerkstelligen, allein die Songs kamen etwas zu mächtig rüber. “What’s gone is best forgotten” lautet eine Textzeile aus “Let It Vanish”, man hätte der Band gewünscht, dass sie den Ratschlag auch selbst beherzigt. So konnten wunderbare Nummern wie “The Lord’s Favorite”, “Abundant Living” oder “Cimmerian Shade” leider nicht ihr komplettes Potential entfalten, weniger rohe Gewalt und etwas mehr Feingefühl hätten hier sicher gutgetan. Eine knappe Stunde, keine Zugabe, dann war’s vorbei – die Kiste mit den Shirts und Platten haben sie dann aber doch noch ausgepackt und Rønnenfelt hat wenigstens ein aufmunterndes Schulterklopfen bekommen. Manchmal braucht es eben einen längeren Atem…

Donnerstag, 27. November 2014

Young Fathers: Gerade rechtzeitig

Die Nachricht, dass sich die Young Fathers im Berliner Tonstudio Plot 27 zu schaffen machen und am Nachfolger von "Dead", dem Gewinner des Mercury Prize', arbeiten, ist nun keine ganz so neue mehr, nun haben sie den ersten Track des neuen Albums ins Netz gestellt. "Soon Come Soon" steht exklusiv bei Les Inrocks, weiteres sobald vorhanden...

Isolation Berlin: Tristesse, aber richtig

Berliner Schule, aha. Wer dachte, sowas gäbe es nur in Hamburg, der irrt offenbar, denn das Quartett Isolation Berlin wird genau mit diesem Label ausgestattet und beworben. Im März diesen Jahres ist die Debüt-EP "Aquarium" erschienen und der nachfolgende Song "Alles Grau", herzwärmend und trotzdem tieftraurig, findet sich auch darauf. Für ein paar Termine sind die Jungs zudem auf den Bühnenbrettern des Landes zu sehen, bei einigen Terminen als Support der ebenso wunderbaren Liga der Gewöhnlichen Gentlemen aus der Oberschülerstadt HH.

04.12.  Berlin - Monarch
11.12.  Kiel - Mensa 2
27.12.  Hamburg - Knust
28.12.  Bremen - Kulturzentrum Lagerhaus
29.12.  Berlin - Lido
30.12.  Köln - Blue Shell

Mogwai: Nur nicht beirren lassen

Mogwai
„Music Industry 3. Fitness Industry 1.”

(PIAS/Rock Nation)

Die Hoffnung, Mogwai würden sich für diese EP lieber auf sicherem Terrain tummeln, kann man getrost gleich zu Beginn drangeben – warum sollten sie? Gerade mit dem letzten Album „Rave Tapes“ haben sie doch bewiesen, dass das Unerwartete zuweilen und gerade bei ihnen nicht selten auch das Reizvollste ist. Und so hört man auch auf dem vorliegenden Kurzformat wieder einen vielfältigen Stilmix, der sie weiterhin davor bewahrt, langweilig und berechenbar zu werden. Von den drei neuen Stücken ist das erste („Teenage Exorcists“) gleich das typischste, hochmelodisch, gitarrenlastig, das darauffolgende „History Day“ knirscht dagegen nur am Rande und konzentriert sich eher auf Pianovariationen und elegische Instrumentalschleifen. Die mutmaßliche Hommage an den Happy-Mondays-Weirdo Shaun Ryder wiederum darf am Ende sogar mal kurz alle Beherrschung fahren lassen – ein Ausbruch, wild und doch so schnell vorbei wie begonnen. Danach dreimal „Rave Tapes“ im Remix – Synthpop, EBM, Krautrock, alles dabei. „Re-Remurdered“ leider mit seinem angenehm dumpfen Gewummer kürzer als das Original, „No Medicine For Regret“ als sphärischer Trancetrack. Der krönende Abschluß gebührt aber, wie auch schon beim Longplayer, dem wunderbaren „The Lord Is Out Of Control“. In der Bearbeitung des Hamburger DJs und Produzenten Nils Frahm treffen geraspelte Gitarrenwände auf akkustische Klavierpassagen, ein Stop and Go mit hohem Suchtfaktor. Wo genau bei dem ganzen Spaß allerdings der Bezug zum kryptischen Titel versteckt ist, sollen die Schotten dann doch lieber selber erklären …

Der Komplettstream der EP steht derzeit bei Pitchfork Advance.

Mittwoch, 26. November 2014

Cat Power: Neuigkeiten

Die Haare sind jetzt länger und schwarz - das ist eine Kleinigkeit, die man aus dem Video erfährt - die weitaus wichtigere Nachricht aber ist: Chan Marshall aka. Cat Power hat auf einem ihrer Konzerte in einem Club in Istanbul gerade einen neuen, unbekannten und noch unbenannten Song gespielt und der Mitschnitt eines Fans ist von erstaunlich guter Qualität. Das nächste Album, Nachfolger des überaus gelungenen "Sun", ist, so weiß DIY, für das kommende Jahr geplant.

Familienalbum: Leonie singt

Eine sehr beliebte Magazinrubrik, mittlerweile auch in trendigen Wochenendzeitungen zu finden: "Bei der Geburt getrennt". Gibt's mit Fußballern, gibt's mit C-Promis - gibt's hier auch mit Plattencovern. Heißt nur etwas anders. Dabei muß die Familie nicht immer so groß sein wie bei diesem Fotoalbum. Anfang des Jahres wird bei Gutfeeling Records das Debütalbum von Leonie Felle alias Leonie singt erscheinen - und das ist, soviel darf man heute schon verraten, richtig gut geworden. Der Blick auf's Cover weckt gleich eine Reihe von Assoziationen - und auch Erinnerungen. Nerdwissen, eh klar...

Wer's ganz genau wissen will - links/rechts/oben/unten: dEUS "Following Sea", Fennesz "Black Sea" (LP), Simon Le Bon "Grey Lady Of The Sea", Ride "Nowhere", Sea Wolf "Old World Romance", Doug Wieselman "From Water", Snakadaktal "Sleep In Water", Volcano Choir "Repave" und noch einmal Fennesz "Black Sea" (CD).

Candelilla: Einfach mal raus

Gerade erreichte uns eine Nachricht, nach welcher die Krachschwestern von Candelilla durch monatelangen Proberaumaufenthalt derart erlebnishungrig geworden sind - sie werkeln dort Tag und Nacht am Nachfolger für ihr Album "Heart Mutter" - dass nun dringend Abwechslung her muß und so werden die vier am Samstag, den 29. November in der Münchner Milla im Rahmen einer Benefiz-Konzerts "Highway To Hellas" zugunsten der griechischen Flüchtlingshilfe Lathra (gemeinsam mit Das Weiße Pferd und Ta Mourmourakia) auftreten. Und eben dort, so haben sie versprochen, werden eine Reihe taufrischer Candelilla-Songs zu hören sein, also für Eingeweihte: Alles zwischen 39 und 53.

Dienstag, 25. November 2014

The Pop Group: Die Rückkehr der Exzentriker

Es war schon erstaunlich genug, dass die Post-Punk-Exzentriker von The Pop Group vor drei Jahren im alten LineUp wieder auf die Bühne zurückkehrten - nun folgt den gemeinsamen Auftritten offenbar eine neue Platte. Exakt fünfunddreißig Jahre nach ihrem zweiten Album "For How Much Murder Do We Tolerate Mass Murder?" soll im kommenden Jahr "Citizen Zombie" erscheinen, produziert hat das Ganze Paul Epworth, der laut CoS zur Band folgendes Statement abgab: "The energy is still there, the ideas are still there, it still fizzes with a life that most young bands just don’t have." Das erste Stück, der Titeltrack, steht nun auch schon bei Soundcloud in den Startlöchern.

Montag, 24. November 2014

Daughter: Rollentausch

So es im vergangenen Jahr einen Preis für das gelungendste Cover gegeben haben sollte, dann war der nur etwas wert, wenn das Londoner Trio Daughter und seine Version von Pharrell Williams' "Get Lucky" eine Rolle spielte - Fakt. 2013 erschien bei 4AD auch deren Album "If You Leave", von dem stammt der Song "Winter", den sich nun wiederum Warpaint für einen Remix vorgenommen haben. Rollentausch also, auch nicht schlecht.

TV On The Radio: Einmalig

So, neue Platte draußen, eine gute nebenbei - da steht eigentlich eine fette Tour an: TV On The Radio jedoch haben momentan nur einen Deutschlandtermin auf der Agenda, es zieht sie in den Norden:

12.02.  Hamburg, Mojo Club

Die Heiterkeit: Nach allen Regeln der Kunst

'Aus heiterem Himmel' - nicht gerade die beste aller Ideen zum Anteasern, aber schließlich kann es nicht immer exquisit zugehen. Die Heiterkeit aus Hamburg haben zum Song "Auge" von ihrem aktuellen Album "Monterey" ein Video vernetzt, das einen jungen Mann dabei zeigt, wie er nach allen Regeln der Kunst die Zeit totschlägt. Auch eine Möglichkeit...

Samstag, 22. November 2014

Sizarr: Rätselhaft

Ein bisschen komisch sieht es schon aus, wenn der Protagonist am Ende in den Dreck fliegt und man weiß nicht so genau, warum er das nun wirklich getan hat. Sei's drum, der neue Song "Scooter Accident" der Landauer Band Sizarr ist seit heute mit Clip online und klingt nach süßer Feinschmeckerware. Das Album dazu wird Ende Februar übrigens bei Four Music erscheinen und den Titel "Nurture" tragen. Wer jetzt schon mal den Kalender befragen möchte, für den gibt es nachfolgend die ersten Tourtermine des Trios um Sänger Fabian Altstötter.

26.03.  Stuttgart, Universum
27.03.  Freiburg, Schmidts Katze
08.04.  Bremen, Lagerhaus
09.04.  Hamburg, Übel & Gefährlich
10.04.  Köln, Gebäude 9
11.04.  München, Strom
12.04.  Nürnberg, Club Stereo
13.04.  Frankfurt, Zoom
15.04.  Dresden, Scheune
16.04.  Leipzig, UT Connewitz
17.04.  Berlin, Lido
25.04.  Dingolfingen, Red Box Festival

Freitag, 21. November 2014

Run The Jewels: Komm süßer Tod

Man denkt unweigerlich an die Wolf-Haas-Verfilmung mit Brenner und Berti, wenn man das neue Video zu "Blockbuster Night Part 1" von Run The Jewels sieht - und man weiß gleich: Nein, von den beiden möchte man wirklich nicht geholfen bekommen. Ansonsten und vor allem dienen Song + Clip bestens zum Verständnis, warum die zwei Jungs und ihre Platte "RTJ2" so unglaublich gut sind.

Donnerstag, 20. November 2014

Sleaford Mods: Munich Mash

Was anderes  soll man da sagen als: Yeehaw! Bei einem der unregelmäßigen, aber häufigen Besuche auf der Website der Sleaford Mods ist gerade aufgefallen, dass die beiden Großmäuler aus Nottingham Ende April in München gastieren werden - und zwar nirgendwo anders als in der Milla. Grundgütiger - wann ist endlich Frühjahr?!

24.04.  Bochum, Bahnhof Langendeer
25.04.  Wiesbaden, Kulturzentrum Schlachthof
28.04.  München, Milla
29.04.  Salzburg, Rockhaus

Iceage: Von wegen schöne Bilder

Keine leichte Kost - war auch nicht anders zu erwarten: Die dänischen Iceage, gerade auf Europatournee unterwegs, haben sich für ihre aktuelle Single "Against The Moon" von Martin Masai Andersen und Kim Thue einen Schwarzweißfilm mit starken, verstörenden Bildern drehen lassen.


Viet Cong: Das dazu

Mehr kann man zu einem Song nicht bringen: Die kanadischen Viet Cong haben nun zur ersten Single "Continental Shelf" auch noch ein Video nachgereicht - der Clip stammt aus der Werkstatt von Yoohna Park (Liars, Vampire Weekend, Holy Fuck, Walkmen) und braucht für Schnellgucker den Hinweis "Besser daheim anschauen". Das Album des Quartetts dann endlich via Jagjaguwar im nächsten Jahr.

Mittwoch, 19. November 2014

Faith No More: Keine Zweifel mehr

Die Nachricht von einem neuen Album der Crossover-Legenden Faith No More aus San Francisco geisterte ja schon geraume Zeit durch die Medien, nun kommen wir dem Ganzen ein Stück näher: Zum nächsten Record Store Day wird die Single "Motherfucker" erscheinen, einem Song, den Mike Patton und Kollegen schon diverse Male live vorgetragen haben und den man sich schon beim Rolling Stone im Stream anhören kann - der komplette Longplayer folgt dann im April des kommenden Jahres.

A Place To Bury Strangers: Geradeaus

Album, Tour, erste Single - solche Nachrichten liebt man: Wenn sie noch dazu vom New Yorker Krach-Trio A Place To Bury Strangers kommen, um so besser. Die nämlich haben den Nachfolger für ihr 2012er Werk "Worship" fertig, eine Platte, die zarte Ansätze zur Verfeinerung zeigte - "Transfixiation" erscheint Mitte Februar via Dead Oceans und der erste von elf Songs lautet "Straight".

16.04.  Zürich, Viadukt
18.04.  Düdingen, Cafe Bad Bonn
19.04.  München, Strom
21.04.  Berlin, Lido
22.04.  Köln, Underground
27.04.  Hamburg, Hafenklang