Freitag, 3. Juli 2015

Oscar: Restart

Als der Junge aus dem Londoner Nordwesten 2013 mit dem Song "Never Told You" debütierte, wurde er schon als der neue Morrissey gehandelt (und damals ging's dem Original noch nicht einmal so schlecht wie heute), jetzt bringt Oscar Scheller sich erneut in Position. Bei Wichita Recordings ist gerade seine EP "Beautiful Words" erschienen, zum Titelstück gibt es nun auch ein buntes Filmchen. Der Rest bleibt abzuwarten.

Charlotte Cardin: Höhere Ziele

Ein neues Gesicht aus Quebec, zumindest in musikalischer Hinsicht: Das kanadische Model Charlotte Cardin hat neben dem Catwalk offenbar auch eine gewissen Affinität zum Jazz, nicht umsonst ist sie für das Wochenende auf das Festival International De Jazz De Montreal geladen und wird dort den Abend für den glamourösen Briten Mika eröffnen. Eine EP ist dem Vernehmen nach für den Herbst bei Cult Nation geplant - die erste Single "Big Boy" gibt's hier schon mal zum Appetit holen.

Kwabs: Versicherung

Man hatte ja zwischenzeitlich das Gefühl, Kwabena Adjepong aka. Kwabs würde so gar nicht mehr aus den Startblöcken kommen. Song auf Song gelangte ins Netz und mit jedem dieser kleinen Juwelen kursierte gleichzeitig ein neuer Termin für die Veröffentlichung seines lang erwarteten Debüts "Love+War". Jetzt ein weiteres Schmuckstück und dazu die Versicherung des Labels, am 11. September wäre es dann soweit. Kann man von halten was man will, Genaues wissen ohnehin nur wenige - fest steht, dass auch das neue Stück "Fight For Love" alle Vorschusslorbeeren rechtfertigt. Das Video gibt's exklusiv bei sueddeutsche.de, hier natürlich auch...

Donnerstag, 2. Juli 2015

You Are Number Six: Fortsetzung folgt

Auch nicht verkehrt: Das Berliner Indie-Label Emerald And Doreen hat dieser Tage die neue EP des französischen Elektronik-Fricklers Théo Lefebvre aka. You Are Number Six veröffentlicht - wie auch schon die letztens hier gestreamte 7" "Horse Serié" ist auch dieses Kurzformat von erhabener Schattigkeit und angefüllt mit allerlei geschmeidigen Synthakkorden.

Noel Gallagher's High Flying Birds: Trippin' Stuff

Aus dem Großprojekt mit The Amorphous Androgynos ist ja dann leider nichts geworden, das hat aber nichts an seiner Affinität zu überraschenden Kollaborationen geändert: Noel Gallagher präsentiert gerade einen Remix seines Songs "The Right Stuff" (vom Album "Chasing Yesterday") und zwar von Massive Attacks 3D - davon soll es Ende Juli auch 500 limitierte Erdöl-Exemplare in Zusammenarbeit mit The Vinyl Factory geben, sagt der Streaming-Dienst Soundcloud.

Neonschwarz: Das Beste zum Schluß

Das Album hat schon ein paar Tage auf dem Buckel, den Clip zum Titelsong gibt's genau jetzt: "Fliegende Fische" der Hämbörgers von Neonschwarz war schon auf der gleichnamigen Platte ein swingendes Muss, jetzt haben die vier den Song mit ein paar jahreszeitgerechten Bildern versehen und vernetzt, dazu noch die restlichen Livetermine, fertig ist die Laube.

17.07.  Cuxhaven, Deichbrand Festival
24.07.  Hamburg, Wutzrock
22.08.  Königs Wusterhausen, Bergfunk Open Air
28.08.  Wiesbaden, Folklore
11.09.  Wittlich, FestiWIL
12.09.  Emstetten, Detten rockt
13.09.  Lingen, Alter Schlachthof
01.10.  Jena, Kassablanca
02.10.  Göttingen, Musa
03.10.  Magdeburg, Moritzhof
06.10.  Rostock, Campustag
15.10.  Bochum, Bahnhof Langendreer
16.10.  Köln, Gebäude 9
17.10.  Aachen, Musikbunker

The Libertines: Alles neu [Update]

Also doch, also dann: The Libertines haben sich nicht nur für ein paar Konzerte zusammengefunden, sondern machen tatsächlich ernst und veröffentlichen laut Pitchfork Anfang September ihr neues Studioalbum "Anthems For A Doomed Youth" bei Harvest Records. Das Wiedervereinigungswerk wird inkl. Bonusmaterial ganze sechzehn neue Songs enthalten (Tracklist hier), von "Gunga Gin" gibt es bekanntlich schon diverse Live-Mitschnitte.

Update: Ersetze verwackelten Amateurfilm durch offizielles Bandvideo - "Gunga Din", here we go:

Mittwoch, 1. Juli 2015

DAT Politics: Verdichtung und Aufklärung

DAT Politics
„No Void“

(Shitkatapult)

Eine einhellige Meinung wird wohl auch zu diesem Album schwerlich zu bekommen sein. Das vor der Jahrtausendwende im französischen Lille gegründete Synthpop-Projekt DAT Politics, zwischenzeitlich zum Quartett gewachsen, hat sich ja seit geraumer Zeit wieder auf seine Urbesetzung Claude Pailliot und Gaetan Collet reduziert und auch soundtechnisch gab es seit Bestehen einige Änderungen. Wenn die Frühwerke noch wirr und aufgekratzt daherkamen, nervöser Glitch mit Casiotones und Kinderspielzeug dominierte, so machten die Musiker auf den letzten Alben Platz für ruhigere, aufgeräumtere Klangkulissen. Schon die vorangegangene Platte „Blitz Gazer“ wirkte spürbar entkantet, kompakter und ernsthafter – dies wird nun auf „No Void“ konsequent fortgeführt und ist deshalb nicht weniger interessant. Die Verdichtung klärt vielmehr die Fronten und läßt die einzelnen Stile deutlicher als zuvor in Erscheinung treten – Kraftwerk, Tangerine Dream, Klaus Schulze, Depeche Mode, der Wave von Visage und natürlich auch noch ein paar liebevolle Stolpersteine aus alten Tagen. Trotz verfremdeter Stimmloops, dunkel pumpender Technobeats und hochgepitchter Bratz-Synths (die es alle nach wie vor noch gibt) macht „No Void“ mit einem Mehr an Pop-Appeal auf, „Reptiloid“ verführt mit kühler, französischer Eleganz, bei „Krystal Krank“ brauchen die zarten Melodien ein wenig länger, um sich gegen das Stampfen der Maschinen durchzusetzen und mit „The Wave“ haben die beiden sogar eine paar chillige Tunes für die Afterhour dabei. Alles in allem ein sehr gelungenes, interessantes Spätwerk, berechenbarer zwar, aber eben auch etwas weniger anstrengend. http://www.datpolitics.com/

03.08.  Berlin, Krake Festival

Kendrick Lamar: Nicht in Ordnung

Spätestens seit seiner Performance bei den BET-Awards, wo er aus aktuellem Anlass die amerikanische Flagge des Aktionskünstlers William Pope.L wieder in Erinnerung brachte, ist Kendrick Lamar erneut in aller Munde und sein grandioses Album "To Pimp A Butterfly" erlebt einen weiteren Schub. Von diesem stammt der Song "Alright", den Lamar nun von Colin Tilley mit eindrucksvollen, monochromen Bildern hat versehen lassen.

“This project is a chance for people to feel the flag. People need to feel their democracy, not just hear words about it. For me, democracy is active, not passive. With ‘Trinket,’ I am showing something that’s always been true. The American flag is not a toy. It’s not tame. It’s bright, loud, bristling and alive.” (William Pope.L)

Schnipo Schranke: Statt Pommes

Es ist ja noch was hin, deshalb wohl auch nicht so wichtig, ob dieser Post gestern, heute oder übermorgen erscheint. Aber Obacht: Die Festivalsaison ist fix rum und dann müssen alle Termine gemacht und Kauflisten aufgefrischt sein, damit der Start in den Herbst nicht allzu traurig ausfällt. Deshalb besser jetzt - Daniela Reis und Fritzi Ernst alias Schnipo Schranke werden am 4. September ihr langersehntes Debütalbum "Satt" veröffentlichen (natürlich bei Buback Tonträger), dazu gibt es ein Cover und - weitaus wichtiger - jede Menge Liveprogramm (woah!).

09.07.  Hannover, Festival Theaterformen
10.07.  Heidelberg, Karlstorbahnhof  
11.07.  Rüsselsheim, Phono Pop Festival  
31.07.  Dangast, Watt en Schlick  
01.08.  Karlsruhe, Badischer Kunstverein
07.08.  Schierling, Labertalfestival  
27.08.  Berlin, Pop-Kultur/Panorama Bar/Berghain  
04.09.  Hamburg, Goldener Salon/Hafenklang
20.10.  Bremen, Lagerhaus  
21.10.  Hannover, Lux  
22.10.  Köln, King Georg  
23.10.  Essen, Hotel Shanghai  
24.10.  Fulda, Kulturkeller  
26.10.  Bielefeld, Forum  
27.10.  Münster, Gleis 22  
29.10.  Weinheim, Cafe Central  
30.10.  Frankfurt, Zoom  
31.10.  Lingen, Alter Schlachthof  
04.11.  Leipzig, Conne Island  
05.11.  Nürnberg, Z-Bau  
07.11.  Linz, Ahoi Pop Festival/Posthof  
08.11.  Wien, B72  
10.11.  Augsburg, Soho Stage  
11.11.  Innsbruck, PMK Bögen  
12.11.  Krems, Cinezone  
13.11.  Lustenau, Lange Nacht der Musik/Carinisaal 
14.11.  Ebensee, Kino Support für Clara Luzia  
17.11.  München, Milla  
18.11.  Zürich, Stall 6  
20.11.  Schaffhausen, Taptab  
21.11.  Memmingen, Kulturwerkstatt  
23.11.  Würzburg, Café Cairo  
04.12.  Hamburg, Uebel und Gefährlich

Bonaparte: Letzte Chance

Denkbar ungünstiger Termin für einen Kinostart - draußen brüllend heiß und alle im Urlaub, naja. Dennoch kommt am 23. Juli Frieder Wittichs Romanadaption von Benedict Wells' "Becks letzter Sommer" mit Christian Ulmen raus - eine hübsche Geschichte über den Versuch eines gelangweilten Musiklehrers, sich den Karrieretraum vom Musikmanager mit Hilfe seines überaus talentierten Schülers doch noch zu erfüllen - in der Hauptrolle Christian Ulmen. Das Titelstück zum Film (und der Soundtrack in toto) stammt von Tobias Jundt, dem Kopf der Berliner Kombo Bonaparte - offizielles Video zu "Whistleblower" anbei.

Dienstag, 30. Juni 2015

Let's Away: Glänzender Moment

Gerade heute morgen hatten wir es aus aktuellem Anlass von den Go-Betweens und just in dem Moment stolpert man über die Aufnahme von Let's Away, einem englischen Indie-Duo aus Sunderland. Den beiden Freunden ist mit "Golden Morning" ein wahrhaft glänzender Song gelungen, es ist der erste einer Reihe von Aufnahmen, die sie zusammen mit James Mottershead (British Sea Power, Sundara Karma, SCUM) gemacht haben. Man wird wohl (hoffentlich) noch einiges mehr von ihnen zu hören bekommen.

Tess Parks And Anton Newcombe: Wandelbar

Tess Parks And Anton Newcombe
„I Declare Nothing”

(A Records)

Ob sie diesen Satz nicht vielleicht doch irgendwann bereuen wird? Dem Musikseite TPS jedenfalls gab Tess Parks vor einiger Zeit zu Protokoll: “Oasis were and always will be the most important band in my life“ – für jemanden, der nichts erklären will, ist das mal ein ziemlich endgültiges Statement. Und ein überraschendes dazu. Hört man sich nämlich das Debüt „Blood Hot“ und die aktuelle Platte, die zusammen mit Rockurgestein Anton Newcombe entstanden ist an, dann hätte man eher auf Velvet Underground oder wenigstens die Doors getippt, wenn es um Vorlieben und Vorbilder geht. Egal, vielleicht geht es ja auch mehr um die hervorstechende Attitüde der Gallagher-Brüder, die Parks so fasziniert – in dieser Hinsicht kann die Kanadierin nämlich ganz gut mithalten. Stilistisch zwischen Femme Fatale, männermordendem Vamp und empfindsam dreinblickendem Twengirl, gibt sie der schleppenden Psychedelik eine ungewohnt rostige, abgelebte Stimme bei und erinnert damit nicht selten an Nico oder auch Patti Smith, verschnitten mit einer kräftigen Note gainsbourg’scher Verruchtheit.

Die düsteren Akkorde taumeln schwerfällig durch das Album, ähnlich zäh geben sich die Drums und dennoch hat das Ganze einen gewissen Reiz. Das Zugleich von Unnahbarkeit, geheimnisvoller und abgründiger Vorahnung und seltenen Ausbrüchen (wie bei „Gone“), der häufige Wechsel von unterkühlt auf erhitzt verleiht den Stücken eine eindrucksvolle und durchaus überzeugende Patina. Und immer dann, wenn Ermüdung droht, zaubern Parks und Newcombe so wunderbare Songs wie „German Tangerine“ und „Friendlies“ herbei – traurig, atmosphärisch, spooky. Newcombe’s reichhaltiger Erfahrungsschatz in Sachen Psychrock, Folk und Country bei The Brian Jonestown Massacre kommt der Platte in jedem Fall zugute und bietet Parks die perfekte Bühne für das, was sie selbst „lo-fi alternative drones with a hypnotic vibe“ nennt. Wer das neue Album lange genug hört, wünscht sich irgendwann The Jesus And Mary Chain zu Parks Gesang hinzu – zu Beginn dieses Jahres gab es das tatsächlich, da standen beide in Birmingham an einem Abend auf der selben Bühne. Glücklich, wer dabei war.

Der sehenswerte Tumblr-Account von Tess Parks und die Livetermine in diesem Jahr.

Spector: Abgedimmt

Der Guardian hat einmal behauptet, Spector aus London würden klängen wie eine Mischung aus Roxy Music, The Strokes, The Killers, Kanye West, Pulp und Frank Sinatra - naja. Viel falsch machen kann man mit solch einem Etikett eigentlich nicht, denn außer Black Metal und volkstümlichem Humtata ist alles drin, was Max Mustermann zur Orientierung so braucht. Zu den vier ernsthaften jungen Männern muss man nun noch notieren, dass Mitte August ihr zweites Album "Moth Boys" via Fiction Records erscheinen wird, produziert hat übrigens u.a. Dev Hynes aka. Blood Orange - nachfolgend noch einmal ihr Video zur Vorabsingle "All The Sad Young Boys" aus dem Februar diesen Jahres.

Robert Forster: Wieder wilder

Schöne Parallele: Das letzte Solowerk von Go-Betweens-Gründer Robert Forster ist ungefähr so alt wie dieser Blog - "The Evangelist" erschien 2008, zwei Jahre zuvor war Grant McLennan verstorben und die Band war seitdem Geschichte. Schmerzliche Erinnerungen wird jeder Song von Forster wecken, auch "Songs To Play" (Tapete Records) macht da sicher keine Ausnahme. Aber nachdem die letzte Platte noch sehr im Zeichen des Todes seines Freundes und Bandkollegen stand, kündigt das Label nun neue, forschere Töne an, einen Bossa Nova gar, man darf gespannt sein.

Sleaford Mods: Daily truth

Es bliebt dabei - die Tweets zu und von den Sleaford Mods gehören zum Besten, was die tägliche Unterhaltung im Netz zu bieten hat. Gestern: "Making everyone else look about as relevant as the yellow fucking pages". Auch wenn sie auf der John Peel Stage in Glastonbury dieses Jahr etwas verloren aussahen - Fakt ist: Würde Peel noch leben, er hätte sie geliebt! Heute gilt es aber das Video zum neuen Song "Tarantula Deadly Cargo" zu erwähnen, das gestern im Netz Premiere feierte, Regie führte Simon Parfrement, der auch schon "Tied Up In Nottz" abfilmte, das Album "Key Markets" kommt am 24. Juli. Endlich.

Montag, 29. Juni 2015

Frog Eyes: Schöne Töne

Wieder ein schöner Song (wir denken an den kürzlich erschienenen von Low), zu dem man ein ebenso schönes Album vermutet: Die Frog Eyes aus dem kanadischen Victoria, haben eben dieses neue Album gerade angekündigt, "Pickpocket's Locket" soll Ende August via Paper Bag Records erscheinen und schon in der ersten Single "Joe With The Jam" singt Carey Mercer so eindringlich, dass man gar nicht anders kann als sich schon mal kräftig vorzufreuen.

Sonntag, 28. Juni 2015

Geniale Dilletanten: Nur für kurze Zeit

Es ist nur ein kurzer, nur ein flüchtiger Moment, zwei Räume klein, ein paar Filme, Plakate, Platten und trotzdem ein Zeitsprung, bei dem man die Bemerkung "Hey, du bis so unglaublich 80er!" einmal nicht als Missbilligung, sondern eher als Kompliment wahrnimmt: Das Münchner Haus der Kunst zeigt in Zusammenarbeit mit dem Goetheinstitut die Ausstellung "Geniale Dilletanten", benannt nach einer Konzertreihe der frühen achtziger Jahre in Berlin. Eine winzige Zeitspanne von fünf Jahren im Fokus einer eher befremdeten, irritierten Öffentlichkeit - sieben Bands beispielgebend für Städte und subkulturelle Bewegungen - F.S.K. (München), Einstürzenden Neubauten/Die Tötliche Doris (Berlin West), Ornament und Verbrechen (Berlin Ost), D.A.F. und Der Plan (Düsseldorf) und Palais Schaumburg (Hamburg). Texte, Installationen, Coverart, Bilder von Kippenberger, Oehlen und Penck, Fotodokumentationen, Filmmaterial und Plakatkunst, ein spannender, wenn auch recht überschaubarer Einblick in eine kurze Zeit der Hoffnung und des Aufbruchs, gescheitert an Vereinnahmung und Kommerz, auch damals schon, wieder einmal.



Zur Ausstellung gibt es einen 160seitigen Katalog von Hatje Cantz (Texte von Mathilde Weh, Diedrich Diedrichsen, Florian Wüst und Justin Hoffmann, 24 Euro) und eine Doppel-CD von Alfred Hilsbergs Label Zick Zack (CD1: Bands der Ausstellung, CD2: verschiedene Künstler wie AG Geige, Andreas Dorau, Kosmonautentraum, The Wirtschaftswunder und Die Radierer, 16,80 Euro).



Am 08.10. findet im Haus der Kunst im Rahmen der Ausstellung ein Doppelkonzert von Ornament und Verbrechen und Die Goldenen Zitronen statt, Beginn 20:30 Uhr, Karten u.a. bei München Ticket.













Isarelites feat. Krasses Leuchten: Universal folks

Voralpenfolk vs. Desmond Dekker - auch das trifft's nicht. Jeder Versuch, den Sound der Isarelites feat. Krasses Leuchten mit ihrem Namen in eine halbwegs stimmige Beziehung zu setzen ist schon deshalb zum Scheitern verurteilt, weil die fünf Musiker selbst gar keinen Bedarf auf nähere Deutung verspüren. Klingt gut, passt. Belassen wir's also dabei, dass die Isar, Münchens Lebensader, als kleinster gemeinsamer Nenner weil Lebensmittelpunkt herhalten darf. Desweiteren eint sie ihre Vorliebe für die Folkmusik im weitesten Sinne - die irische Spielart steht natürlich an erster Stelle, aber auch slawische, italienische, spanische oder amerikanische Vorbilder und Anklänge findet man in den Stücken der Band. Und das multiinstrumental. Zwar sind auch bei den Isarelites die Aufgaben grob verteilt - Clemens Hoffmann als Stückeschreiber kümmert sich hauptsächlich um den Gesang und wird dort zuweilen vom Gitarristen Daniel Metz abgelöst, Volker Eidems spielt hauptsächlich Akkordeon und Bass, Jan Ingenhaag ist für die Percussions zuständig und Allrounder Edgar Rodehack beherrscht Blech, Saiten und Mikrophon gleichermaßen. Gerade aber das Mehr an Equipment sorgt für das abwechslungsreiche Repertoire der Formation - Ukulele, Kazoo, Cajon, Banjo, Mundharmonika, Bouzouki, die irische Tin Whistle und selbst ein Glockenspiel kommen zum Einsatz und vermitteln vor allem live eine äußerst ansteckende Spielfreude. Dort hört man dann im übrigen auch etwas von den regionalen Wurzeln der fünf - neben der melancholischen Liebeserklärung an ihre Heimatstadt ("Die Frage") kommt zu später Stunde auch mal Michl Langs Klassiker "Hab' die Isar überseh'n" zur Aufführung, allein das lohnt einen Besuch bei den nächsten Auftritten.

Die Debüt-EP "7 Songs" ist gerade erschienen und kann auf der Website der Band bestellt werden.

18.07.  München, Kunst- und Textwerk
24.07.  München, Charisma

Freitag, 26. Juni 2015

Seconds/JOYA: Geteilte Liebe

Eine feine Split-LP kommt Anfang August bei Soft Power Records ins Regal: Da teilen sich die Seconds, ein Quartett aus Glasgow und JOYA aus London mit jeweils sechs Songs eine Platte, gemeinsam ist ihnen zudem die Vorliebe für wavigen Alternativrock der 90er. Wer sich das Ganze anhören möchte, verlinkt sich schnell zu Bandcamp oder bleibt gleich hier vor Ort.