Donnerstag, 23. Oktober 2014

Jessie Ware: Nothalt

Ah, ja. Fahrstuhlmusik also. Sagt jedenfalls das Feuilleton der Süddeutschen Zeitung über die neue Platte von Jessie Ware. Und auch wenn es noch schnell ein "sehr gute" vornanstellt, möchte man schon mal wissen, wo denn solche Fahrstühle verkehren, die nächste Übernachtung buchen und dann drinnen den Notstop drücken. Jessie Ware kollaboriert dessen ungeachtet munter weiter, für einen Remix ihres Stückes "Kind Of ... Sometimes ... Maybe" hat sich jetzt auch noch Rapper J. Cole dazugeschaltet - anzuhören bei Youtube (oder in einem der vielen Fahrstühle dieser Welt).

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Kagoule: Alles auf Anfang

Beim ersten Song denkt man noch 'Na, Glückstreffer', bei zweiten zögert man schon etwas länger und spätestens mit dem dritten kann von Eintagsfliege keine Rede mehr sein: Kagoule aus Nottingham haben zwar nicht viel mehr als diese Handvoll vorzuweisen, die Qualität des Trios ist allerdings unbestritten: Kraftvoller Grungepunk, schräge Stimmen, jaulende Gitarren, viel anders haben die Smashing Pumpkins auf "Gish" auch nicht geklungen. Und den modernen Vertriebswegen folgend, stellt die Band den Nachfolger ihrer Debütsingle "Monarchy/Mudhole" (2011) per BitTorrent ins Netz - drei Songs, zwei Clips, einfache Begründung: "Since I can remember I’ve downloaded music,” so Gitarrist Cai Burns, “I’ve always found new bands through torrents so it felt right to do it this way." Wer weniger haben, sondern eher hören möchte, darf auch mal bei Soundcloud vorbeischauen - das Video zum neuen Song "It Knows It" gibt's hier jedenfalls schon mal vorab.

Miraculous Mule: Kurzarbeit

Miraculous Mule
„Blues Uzi“

(Bronze Rat Records)

Wer in seinem Herzen wenigstens eine der beiden Kammern für guten Blues reserviert und noch dazu im vergangenen Jahr gut aufgepasst hat, dem sind die drei Burschen von Miraculous Mule garantiert nicht entgangen. Deren Debütalbum “Deep Fried” hielt eine wirklich sehr ansteckende Mischung aus Rock’n Roll, Bluegrass, Psychobilly und Soul bereit und gerade live war es schlichtweg unmöglich, sich dem Twang der Stücke zu entziehen. Und weil der Zug durch die Clubs unvermindert anhält, soll es für die Daheimgebliebenen auch keinen Grund zum jammern geben – das Trio aus dem Londoner Stadtteil Kentish Town veröffentlicht dieser Tage eine EP mit dem schicken Namen „Blues Uzi“. Das Kleinformat beruft sich dabei auf das bewährte Rezept des Vorgängers und vereint alle Spielarten, die das Genre aufbieten kann: Souligen Highway-Blues aus den 70ern, der die Gitarren ordentlich quengeln läßt, die beiden Stücke „City Of Refugee“ und „Judgement“ basieren wiederum auf eher traditionellem Material von Blind Willie Johnson und Rev Sister Mary und wurden von Sänger Michael J. Sheehy textlich und stilistisch aufgepimpt. Auch wieder im Programm natürlich die ironisch verschnittenen Gospelzitate – hier zu hören beim Höllenritt von „I Don’t Do Nobody Nothin“ (… Lord, but they hit me just the same.) Für Kenner der Bandhistorie hält das Label noch eine kleine Überraschung bereit – von der Erstveröffentlichung, die Miraculous Mule bislang nur auf Vinyl präsentierten, stammen „Wayfaring Stranger“ und „I Know I’ve Been Changed“, diese erscheinen somit erstmals auf CD und man kann anhand dieser Stücke sehr gut heraushören, wie sehr sich der Sound in den letzten Jahren gewandelt hat. In einem Punkt allerdings sind sich die Jungs treu geblieben – sie treten einem noch immer kräftig in den Arsch! http://www.miraculousmule.com/

Dienstag, 21. Oktober 2014

Club Zwei: Durchgehalten

Ein wenig weiter vorausgeblickt ins neue und unschuldige Jahr 2015 erwartet den Konzertgänger gleich Ende Januar ein ganz besonderer Pflichttermin: Am 31. des Monats nämlich feiert das vom hauptamtlichen Clubbetrieb zur handverlesenden Veranstaltungsagentur gesundgeschrumpfte (really?!) Dreigestirn aus Tobias Frank, Ivica Vukelic und Markus Sporrer unter dem noch immer sagenumwobenen Rufnamen CLUB ZWEI fünfzehnjähriges Bestehen im Münchner Muffatwerk. All - also drei - Areas (Ampere, Halle und Café) sind gefüllt mit einem mehr als lohnenden LineUp, als da wären: Lali Puna, G Rag Y Los Hermanos Patchekos, Candelilla, Wanda, Chuckamuck, Joasihno, King Automatic, Leonie Singt und den DJs Booty Carell, Doug Shipton und Afrodermitis. Rocko Schamoni würde sagen: Wer da nicht hingeht, wird irgendwann sterben!

St. Vincent: Mutter und Spatz

Am 28.11. ist wieder einmal Record Store Day und wie gewohnt türmen sich jetzt schon die Meldungen zu den Sonderveröffentlichungen - David Bowie, Wu-Tang Clan, Chvrches, The Flaming Lips, J Mascis, weitere werden folgen. Mit dabei erfreulicherweise auch Annie Clark aka. St. Vincent, von ihr kommen zwei bislang nicht erschienene Songs mit Namen "Pieta" und "Sparrow", von erstgenanntem Stück gibt es bei Bedarf auch einen wackeligen Livemittschnitt bei Youtube.

Montag, 20. Oktober 2014

Swans: Einladung

Am morgigen Abend starten die Swans im Berliner Berghain ihre neuerliche (Tor)tour zur Promotion ihres aktuellen Albums "To Be Kind" und Michael Gira kann an den folgenden Abenden wieder einmal beweisen, dass seine Formation "The Greatest Live Band In The World" ist. Als eine Art nachträgliches Eintrittspräsent veröffentlicht Mute Records genau einen Monat später eine digitale EP zum Song "Oxygen", die neben einem Live-Take vom Primavera-Festival und Demos auch einen Edit des Label-Gründers Daniel Miller enthält.

21.10.  Berlin, Berghain
22.10.  Berlin, Berghain
23.10.  Leipzig, Schauspiel
24.10.  Köln, Gebäude 9
25.10.  Hannover, MusikZentrum
27.10.  Hamburg, Kampnagel
29.10.  Dresden, Beatpol
30.10.  Wiesbaden, Schlachthof
31.10.  Karlsruhe, Jubez
01.11.  München, Feierwerk

James Blake: Puzzleteilchen

Auf keinen Fall unterschlagen wollen wir eine neue Tonmeldung von James Blake, der auf BBC Radio 1 wieder ein paar Takte seines nächsten Albums, immer noch geplant für 2014, vorgestellt hat. Der Track, hier also als Radio-RIP, nennt sich "Building It Still" und scheint im Alleingang entstanden, für andere Stücke der künftigen Platte sind bekanntlich Features von Kanye West, Burial, Justin Vernon und Jamie XX im Gespräch.

Sleater Kinney: Vielleicht phänomenal

Das war dann wohl der Grund dafür, dass es mit den fabelhaften Wild Flag schon nach dem Debüt zu Ende gegangen ist: Aus Anlass der Veröffentlichung ihres sehr umfänglichen Box-Sets "Start Together, 1995 - 2006" sind kürzlich erste Gerüchte aufgetaucht, dass Sleater Kinney bald wieder gemeinsam musizieren könnten - für den 20. Januar des Folgejahres sollte angeblich ein Album mit dem Titel "No Cities To Love" in den Handel kommen. Nun ist es halbwegs offiziell, laut Pitchfork sind Cover, Tracklist und eine Tour (Berlin, hurra!) bereits gefixt. Den ersten Song der neuen Platte - ein Hoch auf's virale Marketing! - gibt es auch schon, wer möchte, darf ihn sich gern schon hier downloaden/ansehen. "Bury Our Friends" ist gemeinsam mit Miranda July entstanden und klingt zunächst wenig spektakulär, im Kontext allerdings, klar - Awesome!

18.03.  Berlin, Postbahnhof

Samstag, 18. Oktober 2014

Holly Johnson: His Holyness

Das Lebenszeichen, nach dem man so lange gierte, gab's ja schon vor einigen Wochen - fast genau so schön wie die Musik nun dieser Text: Holly Johnson, medial verschollen und fast aufgegeben, veröffentlichte Anfang Oktober sein neues Album "Europa" - nun hat Alexander Gorkow in der SZ am Wochenende eine kluge und herzenswarme Hommage an den ehemaligen Sänger von Frankie Goes To Hollywood geschrieben: Vom Holly zum Holy, die längst fällige Ehrenrettung - noch bis morgen am Kiosk.

Freitag, 17. Oktober 2014

Cult Of Youth: Ruhestörung

Long time no hear from Brooklyn? Kommt es einem nur so vor, oder ist es etwas stiller geworden um das einst so kreative Stadtviertel am Rande von Long Island? Egal, jedenfalls wollen Cult Of Youth, die Band um den charismatischen Sänger Sean Ragon, im November ihr nächstes, drittes Album "Final Days" via Sacred Bones veröffentlichen. Das Cover des Nachfolgers zu "Love Will Prevail" ziert schon mal standesgemäß ein babylonischer Turm, den "punk-influenced psychedelic neofolk" darf man sich im zweiten Vorabtrack "Roses" anhören, nachdem der erste Leak "Empty Faction" ja eher wilder Natur war.

Erasure vs. Carter Tutti Void: Enthübschung

Ganz ehrlich, ein Titel von Erasure würde es unter normalen Umständen nicht mehr in den Blog schaffen, die Sachen von Vince Clarke und Andy Bell sind dann doch eine Spur zu - na, hübsch geraten. Wenn allerdings eines der Stücke der neuen Platte "The Violet Flame" in die Hände von Cosey Fanni Tutti und Chris Carter, immerhin einmal die Mitgründer des stilprägenden, ja legendären Industrialprojektes Throbbing Gristle, gefallen ist, dann ist das schon eine Erwähnung wert. Nächste Wochen also erscheint die neue Single "Reason" der Synthieformation und darauf findet sich dann auch der Carter-Tutti-Remix.

Zola Jesus vs. Diplo: Tuning

Nun, was soll man sagen, das neue Album "Taiga" von Zola Jesus ist - wir formulieren es mal diplomatisch - knapp unterhalb unserer Erwartungen angesiedelt. Da passt es ganz gut, dass sich Hexenmeister Diplo einen Track der Platte zur Neubearbeitung vorgenommen hat. "Go (Blank Sea)" hat jetzt zumindest etwas mehr PS unter der Haube, vielleicht hat Wesley Pentz noch ein paar freie Kapazitäten für den Rest des Waldes...?

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Iceage: Gewagt und gewonnen

Iceage
„Plowing Into The Field Of Love“
(Matador)

Irgendwann im vierten Stück des Albums kommt sie dann also, die Trompete. Ich meine: eine TROMPETE! Wir reden hier von Iceage, damit das klar ist. Der dänischen Noise-Punk-Kapelle, die auf ihren ersten beiden Platten „Youth Brigade“ und „You’re Nothing“ nicht gerade durch übertriebene, künstlerische Diversifikation aufgefallen ist, die es sich eher zur Aufgabe gemacht hatte, mit infernalischem Gitarrenkrach und der grob gebürsteten Stimme von Elias Bender Rønnenfelt das Publikum in Angst und Schrecken zu versetzen. Und zwar so perfekt, dass man wieder Spaß daran finden konnte. Offensichtlich haben die vier aus Kopenhagen nun aber beschlossen, dass es mit dem übermäßigen Geschrammel ein Ende haben muss und dass das ‘Feld der Liebe’ künftig mit anderen Mitteln zu bearbeiten sei.

Man darf zudem vermuten, dass dieser Entscheidung eine (überaus verständliche) Zuneigung für die Musik von Jon Spencers Blues Explosion, Gallon Drunk und vor allem für das komplette Frühwerk von Nick Cave und seinen Bad Seeds zugrunde liegt – in diese Richtung nämlich haben sich Iceage aufgemacht.Schon die Vorabsingle „The Lord’s Favorite“ ließ eine Abkehr vom Lärmdiktat erkennen, ein lässig-schnoddriger Antänzer, ganz Rock’n Roll, vom Punk der frühen Tage nicht mehr viel zu hören. Den fiebrigen Teufelstanz aber geben andere Stücke noch eindrucksvoller wieder – herzblutig der Einstieg „On My Fingers“, „Glassy Eyed, Dormant And Veiled“ taumelt versoffen und wild, auch „Let It Vanish“ klingt herrlich hingeschleudert, wild, um sich schlagend mit der Kraft der Verzweiflung. Nicht minder aufgewühlt auch „Forever“ und „Cimmerian Shade“, das mit einem satten Bass beginnt und gegen Ende durch all das Stöhnen und wütende Geschrei sogar noch einen Schritt weiter zurück in die Cave’che Historie weist, zur fabelhaften Birthday Party.

Natürlich sind das Referenzen, die eine so junge Band wie Iceage – sieben Jahre haben die Jungs gerade mal auf dem Zähler – so großartig wie schwerwiegend ankommen können. Andererseits lassen die neuen Stücken trotz der ungewohnten Instrumentierung mit Piano, Streichern und eben der einen oder anderen Trompete eine derartige Wucht und Energie erkennen, das man an mangelndes Selbstbewußtsein zu keinem Zeitpunkt glauben mag. Leiser sind sie jedenfalls nicht geworden, schnell können sie auch noch und die passende Attitüde („I keep on pissing against the moon…“) haben sie sich weiterhin bewahrt. Wer eine Kehrtwende so eindrucksvoll und auch noch zum richtigen Zeitpunkt hinbekommt, von dem wird auch in den nächsten Jahren sicher noch zu hören sein. Für’s erste: Rockplatte of the year, keine Frage! http://iceagecopenhagen.blogspot.de/

22.11.  Hamburg, Uebel und Gefährlich
23.11.  Trier, Exhaus
24.11.  Berlin, Berghain Kantine
25.11.  Esslingen, Komma
26.11.  Wien, Arena
27.11.  München, Strom
28.11.  Zürich, Kinski

Son Lux: Rückbesinnung

Neue Nachrichten von Ryan Lott, besser bekannt als Son Lux, der im vergangenen Jahr mit seinem Album "Lanterns" für Furore sorgte: Zwischenzeitlich hat der umtriebige Musiker und Produzent ja gemeinsam mit Sufjan Stevens und Serengeti unter dem Pseudonym Sisyphus ein gleichnamiges Album veröffentlicht, nun kündigt er eine kurze Tour an und bringt zum Track "Easy" gleich ein Video mit.

23.11.  Hamburg, Nochtspeicher
24.11.  Berlin, SchwuZ
25.11.  Köln, Gebäude 9
01.12.  Wien, Arena

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Jessie Ware: Black is the new white

Jessie Ware
„Tough Love“
(Island/Universal)

Ganz ohne Zweifel hat auch der weiße und weibliche Pop, wenn man diesen etwas ungelenken Ausdruck verwenden will, in den achtziger und neunziger Jahren Großes hervorgebracht – Namen wie Cyndie Lauper, Madonna, Annie Lennox, Kate Bush, Björk, alles Erfolge, die sich nicht wegdiskutieren lassen. Rückblickend haftet ihnen allerdings der Makel an, dass sie sich strikt an das bevorzugte Raster hielten und eben hauptsächlich weiße Musik lieferten, aus jenen Tagen stammt denn auch der Gegensatzbegriff Black Music, der heute noch beim leidlich sortierten Großdiskounter die Fronten teilt und dem kenntnisfreien Gelegheitskäufer als Orientierungshilfe dient. Unnötigerweise, denn eine so klare Trennung ist Gott sei Dank gar nicht mehr gefragt – längst gilt es unter Produzenten und Musikern als zeitgemäß und schick, arrivierte Hörgewohnheiten mithilfe von modernen Spielarten des Soul, RnB und Jazz aufzubrechen, Namen wie Lorde, Hannah Reid, Banks, La Roux, Joan Wasser zeugen davon, dass der weiße Pop mittlerweile reichlich Farbe bekommen hat.

Auch bei Jessie Ware hat man es eher mit fließenden Grenzen zu tun, auch sie schöpft virtuos aus vielerlei Quellen und gibt ihren Songs so reichhaltige Schattierungen auf den Weg, dass eine Kategorisierung wie oben vermerkt kaum möglich ist. Wie auch schon bei ihrem vielbeachteten Debüt „Devotion“ vertraut die Londonerin, die als Sidekick von Aaron Jerome’s SBTRKT zu ersten Meriten gelangte, ihrem Weggefährten Dave Okumu von The Invisible, Benny Blanco schrieb ihr die Hälfte der Stücke und auch Miguel und Dev Hynes haben sich auf die Gästeliste setzen lassen. Neben dem gefühligen Titeltrack gelingen ihr so ganz wunderbar eingängige Pophymnen – „You And I (Forever)“ zeigt, wie man einen Haim-Song in Eigenregie hinbekommen kann und der Wonderboy resp. Teenieschwarm Ed Sheeran darf Ware samt fettem Gospelchor zum Liebesschwur „Say You Love Me“ begleiten.

Black ist hier, wenn man so will, fast alles, die kitschfreinen, souligen Balladen wie „Sweetest Song“ und „Pieces“ und vor allem der feine Rhythm and Blues von „Cruel“ und „Kind Of … Sometimes … Maybe“, Stücke, die sowohl von Ware‘s raumgreifender Stimme als auch von den sorgsam angereicherten Synthpopmelodien leben und die – wie gute Popsongs eben – lange im Gedächtnis haften bleiben. Ähnlich wie der Kollegin Banks liegt auch ihr das große Drama, der Klagegesang näher als die locker leichte Tanznummer, daran hat auch ihre kürzliche Ehe nichts geändert: „I’ve been pretty happy for the last four years, you know, but my voice lends itself better to bittersweetness. I want to stay true to myself. That’s the music I wanna make. And I hope being in love and being a married woman won’t change that.” Der Track, den sie auf dem neuen Album „Wonder Where We Land“ von SBTRKT featured, „Problem (solved)“ also, zählt übrigens auch dort zu den besten und klingt, wen wunderts, so schwarz wie die von Buddy Sampha. www.jessieware.com

02.02.  München, Ampere
03.02.  Hamburg, Mojo
06.02.  Berlin, Astra Kulturhaus
10.02.  Köln, Gloria

Viet Cong: Lärmdebüt

Was für ein herrlicher Lärm! Und das bald auch in Deiner Nähe. Die kanadischen Viet Cong um die beiden Ex-Women-Musiker Mike Wallace und Matt Flegel haben für Anfang des kommenden Jahres ihr gleichnamiges Debüt angekündigt, die Platte kommt via Jagjaguwar und hat eine ausgedehnte Tour im Gefolge, welche die Band auch nach Deutschland führt. Mit "Continental Shelf" gibt's bei Soundcloud auch schon einen Vorabsong zu hören.

11.02.  Berlin, West Germany
15.02.  Hamburg, Hafenklang

Dienstag, 14. Oktober 2014

Belle And Sebastian: Bildersprache

Manchmal reicht eben auch nur ein Bild, um die Vorfreude zu schüren - so auch bei Belle And Sebastian und dem Coverentwurf für's neue Album "Girls In Peacetime Want To Dance". Alles andere hier, hier oder später.

Marianne Faithfull: Liebesentzug

Marianne Faithfull
„Give My Love To London“

(Naive)

Da behaupte einer, Zahlen wären Schall und Rauch: Marianne Faithfull wird im nächsten Jahr ihr fünfzigjähriges (50!) Bühnenjubiläum feiern, so alt nämlich ist ihr erstes Album „Come My May“. Kurz darauf datiert auch ihr Leinwanddebüt und bis heute ist dieses Leben zwischen Musik und Film – Stichworte: Mick Jagger, Jim Morrison, Hamlet, Irina Palm – so interessant wie einzigartig. Noch dazu hat sie das geschafft, was nur wenigen geglückt ist, dass sie für ihre frühen Stücke ähnlich große Anerkennung erfahren hat wie für ihr Spätwerk. Nun also die zwiespältige Liebeserklärung an die Stadt, in der sie geboren und aufgewachsen ist, die sie zu Ruhm und an die Nadel gebracht hat, Swinging London, British Invasion, die Stadt auch, der sie seit geraumer Zeit den Rücken gekehrt hat und die sie jetzt, von Paris und Irland aus, in der Rückschau mit widersprüchlichen Bildern erinnert: „I’ll visit all the places I used to know so well, from Maida Vale to Chelsea – Paradise to Hell“, später dann im gleichen Titel: „And if I was to die then I wouldn’t really care, cause I’d wake up in the morning and I wasn’t really there…“, man hat schon liebevollere Grüße gehört.

Die Mannschaft, mit der Marianne Faithfull dem verrufenen Sehnsuchtsort London ihr grimmiges Ständchen singt, ist im Übrigen eine höchst ehrenwerte, neben Adrian Utley (Portishead), Ed Harcourt, Ben Cristophers, Mick Jones und Steve Earle finden sich auch Tom McRae, Anna Calvi, Brian Eno und mit Warren Ellis und Jim Sclavunos gleich noch Hälfte der Bad Seeds im Impressum – größer kann man ein ‚Who is who‘ nicht buchstabieren. Entsprechend vielgestaltig der Sound des Albums, zarte und bedächtige Töne („Love More Or Less“) wechseln mit dunkel schepperndem 60s-Beat („Sparrow Will Sing“), bei „The Price Of Love“ klappert und swingt der uralte Blues, beim traurig-schönen „True Lies“ wiederum bemalt ein String Quartett den Hintergrund. Wen Marianne Faithfull mit der Wolfsmutter meint darf man wohl raten – am Ende sind die bitterbösen Worte deutlich genug, um universell zu gelten: „I will not listen to you treat your dogs better than you treat each other, the words that come out of your mouth disgust me, the thoughts in your heart sicken me. … You murder each other for enjoyment only, and with absurd, abstract excuses – my God, how you disgust me!“

Es gibt so wunderbare und berührende Stücke wie jenes aus der Feder von Nick Cave – „Late Victorian Holocaust“ mag man schon nach dem zweiten Chorus mitsummen: „We were star-babies as the day begun, up the stairs and at a run, then sleeping in each others arms, happy we were and beyond harm. Sweet little sleep, my dreams are yours to keep.“ Ebenso der Schlussakkord „I Get Along With You Very Well“, ein Stück von Hoagy Carmichael, zuvor schon von Jane Russell, Billie Holiday oder Carly Simon interpretiert – nun also die Faithfull beim Versuch, den Kopf oben und den Rücken gerade zu halten, auch wenn einen Enttäuschung und Verlust bitter ankommen und man sich das Lächeln mühsam auf’s Gesicht zwingen muss. Nicht weniger gelungen das Cover eines späten Cohen-Songs, der schon fast wie ein Klassiker anmutet – „Going Home“ klingt hier genau so brillant, als wenn ihn der „lazy bastard“ selbst sänge. Wo genau sie sich nun heimisch fühlt bleibt vage, aber bei sich selbst ist Marianne Faithfull mit diesem Album einmal mehr…

17.10.  Leipzig, Haus Auensee
18.10.  Hannover, Theater am Aegi
20.10.  Düsseldorf, Mitsubishi Electric Hall
15.11.  München, Circus Krone
16.11.  Wien, Konzerthaus
25.11.  Berlin, Tempodrom
26.11.  Hamburg, Kampnagel

Noel Gallagher: Ausgleich

Früher hat man gequält aufgestöhnt, wenn einer von den Gallaghers wieder das Maul aufgerissen hat und in gewohnter Bescheidenheit verkündete, die nächste Oasis lasse sich einzig und allein an "Revolver" oder "Sgt. Pepper" messen. Lang, lang ist's her, mittlerweile gehen Noel und Liam getrennte Wege und seitdem kann man sich ihre Musik auch guten Gewissens wieder anhören. Offiziell steht es bekanntlich 1:2, Liam hat ja seit 2013 mit "BE" schon sein zweites eigenverantwortliches Werk draußen und nachdem das gar nicht mal so übel klang, musste Noel nun natürlich nachziehen. Tut er auch - im März kommenden Jahres soll "Chasing Yesterday" erscheinen und vom Nachfolger zu "Noel Gallagher And The High Flying Birds" gibt es mit "In The Heat Of The Moment" auch schon eine passende Kostprobe.

Montag, 13. Oktober 2014

Young Fathers: Aufstehen, rausgehen!

Achtung - dringender Kalendereintrag von Nöten: Die Young Fathers aus Schottland werden in nächster Zeit wieder eine Rundreise durch die Lande veranstalten und wer die Debütplatte "Dead" gehört hat, der weiß, dass es sich hier um Pflichttermine handelt.

05.11.  Berlin, Gretchen
06.11.  Linz, Ahoi Pop Festival
13.11.  Köln, Club Bahnhof Ehrenfeld
14.11.  Frankfurt, Das Bett
29.11.  Dresden, Groove Station