Mittwoch, 27. Mai 2015

Jenny Lewis: Schräge Klamotte

Und immer noch dieser wunderbare Aufzug: Jenny Lewis, Mitte letzten Jahres mit ihrem Album "The Voyager" gern gehört und auch wegen ihres einzigartigen Bühnenoutfits ein unbedingter Hingucker, hat für den Song "She's Not Me" von besagter Platte einen spaßigen Videoclip nachgereicht, der mit einer prominent besetzten Gästeliste aufwarten kann. Neben ihrer Lieblingskombi stehen auch noch Fred Arminsen, Feist und Vanessa Bayer vor der Kamera.

Colored Vinyl: Status meets Plastik

Gerade erst die Bestellung für das Vinyl-Paket von Jamie XX's Ende der Woche erscheinendem Soloalbum "In Colour" auf den Weg gebracht, da flattert ein Post des FACT-Magazins auf den Tisch: Dieses verweist auf eine Online-Plattform mit dem Namen Colored Vinyl Records - dort werden auf ganzen 51 Seiten in aller Breite farbige oder bebilderte Erdölprodukte ausgestellt, also von Clear, Multi-Coloured bis hin zu Picture und Shaped Discs. Der Sammler kann nun das Material in Ruhe durchforsten und schauen, welche der trendigen Statussymbole schon daheim in der Vitrine stehen, besonderes Augenmerk sollte auf ein ausnehmend geschmackvolles Exemplar der Band Eohippus gelegt werden - für die 7" zum Song "Getting Your Hair Wet With Pee" wurden hier eigens auf piss-soaked vinyl gepresst. It's a Must!

Haste The Day vs. Peter Richter: Ringelpiez

Vor einiger Zeit konnte man schon von dem neuen Album lesen, aber dann passte es nicht ins Programm - vielleicht war's auch irgendwie zu abgefahren. Nun war Peter Richter, SZ-Korrespondent in den USA und Bücherschreiber, mehr oder weniger zufällig im Rahmen der Feierlichkeiten zum Memorial Day Weekend bei einem Konzert von Haste The Day, einer leidlich bekannten christlichen Metalcore-Band, zugegen und hat dazu in der heutigen Printausgabe der Zeitung einen recht amüsanten Einspalter verfasst. Wohl gemerkt, er war zugegen, stand also mit einem Drink in der Hand an der Bar, während Sänger Stephen Keech in die aufgewühlte Menge röhrte. Was etwas verwundert, hat Richter doch, glaubt man seiner kürzlich erschienenen Autobiografie "89/90", in jungen Jahren keine Moshpit gescheut. Nun, auch er ist älter geworden und so knüpft er sich und uns am Rande lieber eine kleine Gedankenkette von der wilden Meute vor der Bühne über Ringeltänze, jiddisches Schockeln und Opfertänze bis hin zum Pfingstfest. Lesenwert. Und anhören kann man sich das Ganze auch noch. Das Genre nennt sich im Übrigen White oder auch Unblack Metal (kein Scheiss) und neben Haste the Day und ihrer neuen Platte "Coward" gibt es sogar deutsche Vertreter dazu - nennen sich u.a. Sacrificium, aber zu sehr ins Detail müssen wir dann auch nicht gehen...

Dienstag, 26. Mai 2015

Beach House: Kerngeschäft

Von einer Kirschendepression war bislang noch nicht viel bekannt, aber vielleicht sind wir nur noch nicht so tief in die Materie eingestiegen. Das amerikanisch-französische Indie-Duo Beach House jedenfalls hat sein neues Album "Depression Cherry" betitelt, erscheinen soll der Nachfolger von "Bloom" Ende August via Sub Pop und von Victoria Legrand und Alex Scally gibt es natürlich vorab schon mal eine halbwegs schlüssige Definition: "For us, Depression Cherry is a color, a place, a feeling, an energy… that describes the place you arrive as you move through the endlessly varied trips of existence…" Ahhh ja. Möglicherweise spürt man von dem Gefühl ja etwas auf den für Herbst anberaumten Livekonzerten.

04.11.  Köln, Gloria
14.11.  Hamburg, Kampnagel K1
16.11.  Berlin, Huxley’s
17.11.  München, Freiheiz
18.11.  Lausanne, Les Docks




Icona Pop: Keine Zweifel

Zwei vorschnelle Gedanken: Zuerst die Vermutung, Ikara Colt wären auf dem Weg zurück. Falsch. Dann kurz mal abgewunken - Icona Pop, das waren doch die beiden Mädels mit dem geborgten Hit von Charli XCX? Zu böse. "I Love It" war vielleicht ihr größter, bei weitem aber nicht ihr einziger Hit, Aino Jawo und Caroline Hjelt aus Schweden haben immerhin zwei Alben und eine Reihe Singles veröffentlicht und müssen sich ganz sicher nicht mehr von besagtem Ohrwurm emanzipieren. Sie sind also wieder zurück - zwar vorerst nur mit einem Song ("Emergency"), aber der Rest kann ja noch kommen.

Montag, 25. Mai 2015

Jamie XX: Mit dem eigenen Kopf

Jamie xx
„In Colour“
(Young Turks)

Es ist in der Tat eine sehr komfortable Ausgangssituation für Jamie Smith: Knappe drei Jahre ist „Coexist“, das letzte Album seiner Band The XX jetzt alt, man darf davon ausgehen, dass sich sehr viele Menschen schon auf den Nachfolger freuen. Smith ist als DJ, Produzent und Soundtüftler mit seinen sechsundzwanzig Jahren im bildlichen Sinnen das tonangebende Doppel-X des Trios, von ihm stammt ein Großteil der Ideen, er arrangiert, lenkt, finalisiert die Stücke der Londoner Wavekapelle. Es wäre also ein Leichtes für ihn gewesen, für sein Solo eine Art regenbogenfarbene Blaupause zu den beiden ersten Hitalben zurecht zu basteln, Oliver Sim und Romy Croft standen ohnehin zur Verfügung. Und es spricht für ihn, dass er der Versuchung widerstanden hat. Überhaupt scheint er ein sehr eigensinniger Junge zu sein – die Anzahl der Kollaborationen ist trotz seines unbestrittenen Talents überschaubar, neben der so denkwürdigen wie überragenden Zusammenarbeit mit Gil Scott-Heron („We’re New Here“) noch ein paar Remixe für Adele, Florence Welch und Radiohead, mehr nicht. Smith zieht es nach eigener Aussage vor, den Großteil seiner Zeit lieber daheim im Tonstudio zu verbringen und seiner eigenen Inspiration zu folgen, als sich im Auftrag anderer zu mühen (Lana Del Rey zum Beispiel hatte für „Ultraviolence“ einige Tracks von ihm bearbeiten lassen, diese aber später wieder für eine komplette Neuausrichtung der Platte verworfen): „It’s hard to have a genuine relationship with these people, I’ve found. And that’s why it’s hard to make music with them." (EB Magazine)

Es ist dann trotzdem beides geworden: Zum einen erinnern einige Stücke an den Brotjob des Mannes, wenig überraschend natürlich diejenigen, bei denen Croft und Sim die Vocalparts beisteuern. Aber auch hier hat der Debütant schon seine eigene Note eingebracht – „Stranger In A Room“ wird weniger gehaucht denn richtig gesungen und „Loud Places“ pumpt nahe am Disco-Soul der 70er. Der große Rest bewegt sich dort, wo Smith auch gern seine Playlists als DJ platziert: Rave, Jungle, Drum ‘n’ Bass, Garage, Dubstep, Grime und Dancehall – ein herrlich wildes Gemisch, so bunt wie das Cover und recht weit weg vom düsteren, ätherischen Gebrummel seiner Band. Schon „Gosh“ zu Beginn ist ein nervöses, atemloses Brett, bei „Obvs“ markieren Steel-Drums den melancholischen Unterton und spätestens bei „I Know It’s Gonna Be (Good Times)“ mit Yung Thug und Popcaan ist von The XX nix mehr zu hören. Dass nicht jedes Stück des Albums von gleicher Genialität ist, verzeiht man gern, solange er derart unbeirrt und furchtlos zu Werke geht. All jenen, die der Geschmackssicherheit des Jungen ebensoviel Freude abgewinnen können, seien im Übrigen seine DJ-Sets mit John Talabot, Caribou und Four Tet empfohlen, das Netz bietet hierzu reichlich Material für den zweiten, zusätzlichen Bildungsweg. http://www.jamiexx.com/

Familienalbum # 8: Florence + The Machines

Ende der Woche erscheint es, das heiß erwartete dritte Album von Florence And The Machine. Ein Blick auf das Cover hält schon mal die erste Überraschung bereit - nichts zu sehen von einer gestylten Diva im Glitter-Outfit, kein mystisches Geranke, sondern eine simple Portraitaufnahme ziert die Frontansicht. Dass ein Rückschluss auf den Inhalt der Platte dennoch nicht angebracht ist, davon die Tage mehr. Zunächst einmal Gelegenheit, dem Thema "CloseUp" ein weiteres Familienalbum zu widmen: Sechzehn Verpackungen, die im engeren oder entfernteren Sinne eine Nahaufnahme in den Fokus rücken, berühmte, weniger bekannte, abseitige, gruselige, spaßige. Trifft sich ganz gut, dass wir ein Exemplar von "How Big, How Blue, How Beautiful" im Lostopf haben, wer also möglichst alle Beispiele des Puzzles errät und noch dazu schnell unterwegs ist (Mail an info@mapambulo.de), bekommt die neue CD der Londonerin ab VÖ-Tag für lau per Post. Viel Spaß!

Freitag, 22. Mai 2015

Institute: Ganz wie die Alten

Die Musik klingt um einiges älter, als die Jungs es tatsächlich sind: Institute aus Austin/Texas hatten nach diversen Demos und 7"s schon für die EP "Salt" im Oktober vergangenen Jahres bei Sacred Bones unterschrieben, nun bringen sie dort Anfang Juni ihr Debüt "Catharsis" heraus. Zwei der Songs zwischen Proto- und Post-Punk, "Perpetual Ebb" und "Cheerlessness", kann man sich hier schon mal anhören.

Binoculers: Sinn und Form

Binoculers
„Adapted To Both Shade And Sun“

(Insular)

Kein Licht ohne Schatten – eine Binsenweisheit. Dass also Dinge wie Momente erst richtig strahlen können, wenn oder weil die Dunkelheit am tiefsten ist, wird jeder bejahen, dem solche Gedankengänge und Seelenbespiegelungen nicht fremd sind. Zu diesen Menschen darf man wohl getrost auch Nadja Rüdebusch zählen. Seit die Hamburgerin 2007 ihre ersten Songs im Eigenverlag herausbrachte, treiben sie solche Dinge um, “There’s Not Enough Space In The Dark” hieß das letzte Album und auch auf dem neuen, dessen Titel schon Fingerzeig genug ist, singt sie: “But the stars are the brightest where the water is black…“ Zusammen mit Schlagmann Daniel Gädicke benennt sie die dunklen wie die helleren Seiten der eigenen Innerlichkeit und übersetzt sie in einen zarten, teils akustischen Kammerpop. Hingetupfte Drums und klassisches Piano treffen eine Stimme, die in Klang und Modulation etwas an die späte Laetitia Sadier erinnert, alles erscheint warm und betont unaufgeregt – und das, obwohl es um Abgründe, Traumgestalten und Schattenseiten geht, um Dinge also, die sehr wohl verunsichern, verängstigen können.



Den Binoculers gelingt es dennoch, ihnen mit Bedacht und fein versponnenen Melodien versöhnlichen Sinn und gefällige Form zu geben. Wie sich bei “Shine And The Gone” ein gänzlich neuer Rhythmus behutsam aus dem vorangegangenen schält, ist schon sehr kunstvoll gemacht, das überraschend belebte “Contrails” kontrastiert mit zurückhaltenden, getragenen Stücken wie “Black_White Bird”. “I used to spend my time underneath the night sky that never changed, but once I get tired of return and repeat. I took the moon out of the sky, but now there is a void and no change of mind will enter it in time”, wer sich in Bildern wie diesem aus der Single “Bow And Arrow” gern verliert, ist bei den Binoculers sicher gut aufgehoben. Und so wenige können das nicht sein - dass Rüdebusch und Gädicke die neue Platte nämlich mit Hilfe eines Crowdfunding-Projektes finanzieren konnten, darf man in dieser Hinsicht wohl einen Lichtblick nennen.

28.05.  Dortmund, Sissikingkong
29.05.  Düsseldorf, Butze
30.05.  Köln, Kulturcafé Lichtung
31.05.  Freudenberg, Wohnzimmerkonzert
03.06.  Offenbach, Parkside Studios
04.06.  Wiesbaden, Wakker
05.06.  Ulm, Stiege
06.06.  Bad Hersfeld, Buchcafé
19.06.  Hamburg, Astrastube, Release-Party
02.07.  Rostock, Artquarium
03.07.  Magdeburg, Volksbad Buckau
04.07.  Ilmenau, Wohnzimmerkultur
05.07.  Kassel, Nordstadtpalast
06.07.  Karlsruhe, Wohnzimmerkonzert
07.07.  Tübingen, Wilhelma
08.07.  Freiburg, Slow Club
09.07.  Ravensburg, Etage 2
10.07.  Darmstadt, Oetinger Villa
11.07.  Aachen, Raststätte
12.07.  Göttingen, Gartenkonzert
04.09.  Leipzig, Tabori
05.09.  Dresden, The Sound Of Bronkow

SOAK: Ah-Ahh-Ahhhh-Ah

Mutig, mutig, möchte man meinen. Dass die achtzehnjährige Irin Bridie Monds-Watson, besser bekannt unter ihrem Pseudonym SOAK, den Titeltrack von St. Vincents letztem Album "Digital Witness" covert - eine Sache. Nun aber hat sie sich eines der bekanntesten Rock-Intros der letzten Jahrzehnte vorgenommen: "Ah-Ahh-Ahhh-Ah". Erkannt? Okay, lautmalerisch nicht ganz so einfach zu lösen - kleine Hilfe: Robert Plant, Led Zeppelin. Genau, der "Immigrant Song". Und den gibt es nun also mit trippiger Bassline, flackernden Synthies und Kleinmädchenstimme. Gut, im Hard Rock Cafe wird er nicht gerade laufen, aber sonst? Klingt er ziemlich okay. Nächste Woche erscheint im Übrigen bei Rough Trade das Debütalbum der jungen Dame namens "We Forgot How To Dream".

Donnerstag, 21. Mai 2015

Unknown Mortal Orchestra: Multi-Musik

Unknown Mortal Orchestra
„Multi-Love“

(Jagjaguwar)

Man muss sich einfach noch mal kurz den Song „So Good At Being In Trouble“ aus dem Jahr 2012 vergegenwärtigen – schon damals, mit dieser fantastischen Nummer, dem ebenso famosen Album „II“ war klar: Das ist zu gut, um einfach aufzuhören, das durfte ruhig so weitergehen. Und was Wunder: Genau das tut es auch – also: Weitergehen. Ruban Nielson, Jake Portrait und Riley Geare, gemeinsam das multinationale Unknown Mortal Orchestra, mittlerweile fest in der Jagjaguwar-Familie integriert, machen passgenau da weiter, wo sie aufgehört haben. Fett arrangierter, psychedelischer Soulpop, der sich angstfrei jedem angrenzenden Genre an den Hals wirft, ob nun Rock, Funk oder Jazz, um das Ganze im Aufnahmestudio hernach zu einer äußerst tanzbaren Mischung zu verquirlen. Angereichert werden die Stücke mit allem, was der Griff in die Effekte-Kiste so hergibt: elektronische Beats, Bläsersections, Barpiano, Saxophon (natürlich), verzerrte Stimmen, und und … So entstehen dann Perlen wie das sanft dahinschummernde „Extreme Wealth and Casual Cruelty“, das einem am Ende gern noch ein paar Disharmonien um die Ohren haut. Oder auch „Can’t Keep Checking My Phone“, so simpel wie infektiös – Daft Punk sind für einen ähnlichen Killer im vergangenen Jahr zu Göttern ausgerufen worden, you remember?! UMO werden allerdings den Teufel tun, eine ganze Platte um einen Song wie diesen zu bauen, die sind schon wieder ein paar Takte weiter und zerlegen gerade dem Psychrockteufel bei „Puzzles“ die Bude. Ganz feine Sache das, Multi-Überraschung, Multi-Unterhaltung. Multi-Musik – quasi. http://unknownmortalorchestra.com/

26.05.  Berlin, Berghain Kantine
14.09.  Hamburg, Uebel und Gefährlich
15.09.  Köln, Gebäude 9
16.09.  Frankfurt, Zoom
17.09.  Berlin, Lido

Destroyer: Vergiftet

Neues aus der Feinkostabteilung: Dan Bejar wird mit seiner Band Destroyer Ende August via Merge gleich ein ganzes Doppelalbum mit dem Titel "Poison Season" veröffentlichen. Die Kanadier lassen diese Platte ihrem letzten Kritikererfolg "Kaputt" folgen, die erste neue Single heißt "Dream Lover" und die gibt's auch gleich im Stream - dazu erfreulicherweise gleich noch ein paar Konzerttermine für den Herbst.

09.11.  Luzern, Südpol
10.11.  Lausanne, Le Romandie
11.11.  St. Gallen, Palace
12.11.  Wien, Szene
13.11.  München, Kammerspiele
14.11.  Köln, Luxor
15.11.  Berlin, Lido

FFS: Der große Schwindel

Vorstellen muss man die Kollaboration FFS wohl nicht mehr, mittlerweile weiß wohl jeder, dass die altehrwürdigen Sparks mit Franz Ferdinand (okay, auch nicht mehr so frisch) gemeinsame Sache, sprich: Platte, machen. Von dieser stammt auch die Single "Johnny Delusional" und zu der hat das Studio AB/CD/CD (Panda Bear, Lilly Allen, Kasabian) ein Video gemacht - aber obacht: Wer hier zu lange hinschaut, fängt an zu schwindeln. Oder so...

Westkust: Nicht mehr lang hin

Neuigkeiten von den schwedischen "Schuhglotzern" Westkust aus Göteburg: Nachdem wir hier das Album "Last Forever" mit der Single "Swirl" schon angeteasert hatten, kommt mit "Dishwasher" Vorauskopplung Nummer zwei um die Ecke. Ende Juni ist die Veröffentlichung des Longplayers via Run For Cover geplant, nicht mehr allzuviel Geduld erforderlich also.

Mittwoch, 20. Mai 2015

Mourn: Earcatcher

Jaja, zugegeben - der erste Grund für den Klick war der Titel: "Gertrudis, Get Through This!" - hallo!? Wer wollte da nicht wissen, wie das klingt? Und natürlich auch, wer das denn singt? Also: Mourn sind eine sehr junge, vierköpfige Garage-Punk-Band aus Barcelona, im letzten Jahr veröffentlichten sie ihr gleichnamiges Debüt, das für viel Lob und Aufmerksamkeit gesorgt hat. Die beiden Freundinnen Jazz Rodríguez Bueno (Gesang) und Carla Pérez Vas (Gitarre), mittlerweile ergänzt durch Antonio Postius (Drums) und Leia Rodríguez (Bass), sind bei Captured Tracks unter Vertrag und werden dort wohl auch bald ihre neue Platte herausbringen, vorerst kommt aber erst mal die 7" mit Gertrude und zwei weiteren Stücken. Wer mehr hören möchte, kann sich ja auf der Labelseite ein wenig umschauen...

26./28.08.  Berlin, Berghain - Popkultur 2015

Night Beds: Viele Gründe

Ende des vergangenen Jahres angekündigt, nun zum Greifen nahe: Winston Yellen alias Night Beds hat einer ersten Vorauskopplung ("Me, Liquor And God") die passenden Fakten hinterher geschickt - Anfang August soll via Dead Oceans der Nachfolger des Debüts "Country Sleep" in den Handel kommen. Ganze sechszehn Stücke wird "Ivywild", so der Titel, umfassen, die Inspiration stammt laut Yellen zu gleichen Teilen vom Ende einer langjährigen Beziehung und den ersten Eindrücken, die er beim Hören von Kanye Wests "Yeezus" sammelte. Breite Palette, könnte man meinen, die zweite Auskopplung "Tide Teeth" jedenfalls spinnt den elektronischen Faden der ersten Hörprobe konsequent weiter.

Modestep: Druckfrisch

Wer dringenden Bedarf auf ein Update in Sachen Dubstep verspürt, dem kann dieser Tage schneller als vermutet geholfen werden: Das Londoner Projekt Modestep veröffentlicht nämlich nach "Evolution Theory" sein zweites Album "London Roads" via max records überraschend schon am Freitag dieser Woche. Die teilweise recht experimentell verschränkten Klänge entwickeln bei entsprechend geregelter Ausgabegröße (hier: Lautstärkepegel) einen ordentlichen Druck - angereichert um analoge Spuren gibt das ein erfreulich vielschichtiges Bild. Den Clip zur Single "Machines" hier anbei, den hörenswerten Rest ganz userfreundlich bei Soundcloud.

Dienstag, 19. Mai 2015

The Great Faults: Im Namen des Vaters

Also okay, das klingt jetzt wirklich schon etwas dicke: Zwei Jungens aus Mülheim an der Ruhr, die ihren jeweiligen Zweitnamen dem amerikanischen Folk-Übervater Woody Guthrie widmen - geht's noch? Aber runteratmen, wenn man sich die Musik von Johannes "Woodrow" Wagner und Martin "Arlo" Kroll so anhört, wird man ein wenig wiederversöhnt, denn "Simple" zum Beispiel, die erste Single ihres zweiten Albums als  The Great Faults (VÖ 05.06. Supermusic), klingt so gar nicht provinziell, sondern scheppert auf internationalem Niveau - Marke Spoon, Black Keys, etc. "Trust Me" soll die Platte heißen und um einen davon zu überzeugen, kommen die zwei auch auf Tour.

05.06.  Essen, Temple Bar
11.06.  Bochum, Theater Rottstraße 5
13.06.  Hamburg, Freundlich und Kompetent
18.06.  Köln, Tsunami
18.07.  Mülheim an der Ruhr, Open Air

HEADS: Früher kommen

Zugegeben, die Nachricht, welche Vorband für einen Konzertabend eingeteilt ist, wird auch bei Metz, den kanadischen Noisepunks, die im Juni unterwegs sind, für manchen nur eine untergeordnete Rolle spielen. Könnte aber sein, dass diesmal zeitiges Kommen und Biervorrat angebracht sind, so kann man sich entschieden besser auf HEADS konzentrieren, die den Support stellen - knackiger Krach aus Berlin resp. dem Saarland resp. Australien (denn aus den Ecken rekrutiert sich das Trio). Die sechs Tracks des selbstbetitelten Minialbums kann man sich bei Soundcloud anhören, hier gibt es stellvertretend schon mal die Single "A Mural Is Worth Of Thousand Words".

05.06.  Berlin, Berghain Kantine (Release Show)
22.06.  Leipzig, Täubchenthal w/ METZ
23.06.  Hamburg, Astrastube w/ RODHA
24.06.  Berlin, Cassiopeia w/ METZ
25.06.  Köln, MTC w/ METZ
29.08.  Mannheim, Brückenaward e.V. Festival


BOY: In guter Erinnerung

Manchmal reicht nur ein Wort, um eine ganze Reihe von Erinnerungen wieder einzublenden - BOY zum Beispiel: Mit der Musik des Duos aus Hamburg und Zürich werden viele Menschen Momente der Innerlichkeit, vielleicht auch Zweisamkeit verbinden, positive Gefühle und sicher auch reichlich Melancholie - Valeska Steiner und Sonja Glass haben 2011 mit "Mutual Friends" so etwas wie das Master zum akustischen Gitarrenpop der ersten Dekade des Milleniums vorgelegt, an dem sich viele Nachfolger messen lassen mussten. Nun wird am 21. August bei Groenland Records mit "We Were Here" das zweite Album der beiden erscheinen und wenn man dem Teaser glauben darf, dann wird dieses komplexer, vielschichtiger werden. So oder so, man darf gespannt sein...

02.09.  Oldenburg, Kulturetage
03.09.  Köln, Gloria
04.09.  München, Technikum
05.09.  Zürich, Plaza
07.09.  Wien, RadioKulturhaus
08.09.  Dresden, Beatpol
09.09.  Berlin, Lido
10.09.  Hamburg, Mojo Club